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Alternativen zum EDI-Datenaustausch mit SAP PI (Process Integration)

SAP PI-Lösung

Mit SAP PI (Process Integration) bietet SAP eine Softwarekomponente an, mit welcher der Datenaustausch zwischen einem SAP-System und internen, sowie externen Systemen umgesetzt werden kann. SAP PI ist dabei der Nachfolger der SAP Exchange Infrastructure (SAP XI). Technisch gesehen ist SAP PI ein Teil von SAP Netweaver, sprich der technischen Plattform, auf welcher beispielsweise auch das SAP ERP System läuft.

Die folgende Abbildung zeigt die Grundidee von SAP PI anhand einer typischen EDI-Situation. SAP PI kann auch zur Integration von internen Systemen verwendet werden (z.B. CRM-System, HR-Software, o.ä.). Auf diese Anwendungsgebiete gehen wir in diesem Beitrag jedoch nicht ein.


Grundkonzept von SAP PI in einem EDI-Szenario
Grundkonzept von SAP PI in einem EDI-Szenario

Die Kernfunktionalitäten von SAP PI sind:

  • Connectivity
  • Mappings
  • Routing

Unter Connectivity bietet SAP PI eine Reihe von Adaptern an, über welche verschiedene Nachrichten-Transportprotokolle umgesetzt werden können. Darunter befinden sich auch viele Protokolle, welche für den elektronischen Nachrichtenaustausch mit externen Partnern notwendig sind, wie beispielsweise AS2, X.400, OFTP, SFTP, RESTful Web Services, etc.

Mit Hilfe von Mappings können Übersetzungen zwischen SAP-internen Formaten (z.B. IDoc) und externen EDI-Formaten wie EDIFACT, XML, ANSI X.12 usw. realisiert werden. Mappings können dabei mit einem grafischen Editor realisiert werden, auf Basis von XSLT umgesetzt werden oder mit Hilfe eines ABAP-Programms umgesetzt werden.

Mit Hilfe von Routing kann die Nachrichtenzustellung an verschiedene Empfänger auf Basis von Informationen in der Nachricht gesteuert werden.

Herausforder­ungen beim EDI-Betrieb auf Basis von SAP PI

Eine der wesentlichen Herausforderungen bei der Realisierung von EDI-Verbindungen auf Basis von SAP PI ist die Komplexität der Software. Man bekommt hier nicht den sprichwörtlichen Hammer und Nagel in die Hand gelegt, sondern ein sehr umfangreiches und komplexes Toolset. Für die Konfiguration und Bedienung von SAP PI ist daher ein hohes Maß an Know-How notwendig, was gut qualifizierte Mitarbeiter erfordert. Da EDI nicht um 17 Uhr Feierabend macht, sondern eine 24/7 Angelegenheit ist, müssen die Mitarbeiter für Wartung und Betrieb auch entsprechend redundant im Unternehmen verfügbar sein, um einen reibungslosen EDI-Ablauf zu gewährleisten.

Im laufenden Betrieb ergeben sich eine Reihe von weiteren Herausforderungen, auf die wir im Folgenden eingehen.

Wartung von Verbindungs­parametern

Obwohl dies oft fälschlicherweise angenommen wird, sind EDI-Verbindungen nicht vollkommen wartungsfrei. Bei Verbindungen, bei denen digitale Zertifikate verwendet werden (z.B. AS2 oder OFTP2), müssen in regelmässigen Abständen Zertifikate getauscht werden, was entsprechend mit den Geschäftspartnern koordiniert werden muss, um Verbindungsunterbrechungen zu vermeiden. Bei einem mittelständischen Unternehmen aus der produzierenden Industrie kann man durchaus mit mehreren hundert verschiedenen Kunden und Lieferanten rechnen, welche per EDI angebunden sind. Dies bedeutet in SAP PI konsequenterweise auch die Wartung von mehreren hundert verschiedenen Verbindungen. In vielen Fällen ist die Anzahl an Verbindungen noch wesentlich höher.

Wenn neue Verbindungen eingerichtet werden müssen, verläuft dies oftmals nicht völlig reibungsfrei. So erlaubt AS2 beispielsweise eine Reihe von Einstellungen, die nicht von allen Geschäftspartnern einheitlich umgesetzt werden. Die Einrichtung einer neuen Verbindung erfordert dadurch ein entsprechendes Maß an detailliertem technischen Know-How über AS2. Das selbe gilt auch für OFTP2 oder andere Protokolle.

Schwierigkeiten bei der Integration von exotischen Protokollen

Obwohl SAP PI viele verschiedene EDI-Protokolle unterstützt, gibt es durchaus Anbindungen, bei denen man mit den Standardprotokollen nicht weiterkommt. Ein Beispiel stellt hier das PEPPOL-Netzwerk zur Zustellung von elektronischen Dokumenten innerhalb von Europa dar. Will man dieses Protokoll in SAP PI umsetzen, so müssen eigene Adapter geschrieben werden, was entsprechend geschulte Mitarbeiter oder externe Dienstleister erfordert.

Wartung von Mappingtabellen

Die Inhouse-Realisierung von Dokumentenmappings in SAP PI setzt detailliertes Know-How über die verwendeten EDI-Standards voraus. Je nach Anzahl und Art von Kunden und Lieferanten kommen viele verschiedene Standards und Formate zu Anwendung. Reines IDoc-Know-How, über das viele SAP-geschulte Mitarbeiter verfügen, reicht hier nicht aus.

Der Aufwand im Hinblick auf Dokumentenmappings liegt aber nicht nur in der initialen Erstellung von Mappingtabellen, sondern auch in der konsequenten Wartung von bestehenden Mappingtabellen. Auch hier müssen entsprechend geschulte Mitarbeiter verfügbar sein, die bei Änderungen die notwendigen Anpassungen in den Mappings vornehmen können.

Neben der reinen technischen Umsetzung von Mappings, ist auch die fachliche Bewertung von Angaben in Dokumentenstandards wichtig. So gibt es beispielsweise im Bereich der Automobilindustrie zwar einheitliche Standards (z.B. VDA). Wie diese in der Praxis von den verschiedenen Automobilherstellern gelebt werden, ist jedoch höchst unterschiedlich. Durch die Vielzahl an realisierten Projekten und umgesetzten Mappings ist dieses Domänenwissen bei einem EDI-Dienstleister naturgemäß vorhanden. Realisiert man die einzelnen Verbindungen selbst im SAP, so müssen sich die Mitarbeiter dieses Wissen erst mühsam aneignen. Teilweise ist dies dann gar nicht so einfach möglich, da viele Informationen nicht explizit auf den Webseiten der Automobilhersteller verfügbar sind, sondern nur von bestimmten Ansprechpartnern in den Werken abgefragt werden können. Diese Ansprechpartner muss man allerdings erst einmal kennen.

Laufende Überwachung des EDI-Verkehrs

Ein weiterer wesentlicher Aufwand in Verbindung mit SAP PI ist die laufende Überwachung des EDI-Verkehrs. EDI-Verbindungen sind zwar wartungsarm, müssen aber laufend überwacht werden. Diese laufende Überwachung ist der Tatsache geschuldet, dass sich EDI in einem Netzwerk abspielt. In einem Netzwerk können jederzeit Knoten ohne Vorwarnung ausfallen oder Knoten können sich nicht erwartungs­gemäß verhalten.

So können Verbindungen aufgrund von Netzwerkausfällen auf Seiten von Partnern abbrechen, wodurch Nachricht­enempfangs­bestätig­ungen (z.B. MDN bei AS2 oder EERP bei OFTP2 nicht gesendet oder empfangen werden können). In diesem Fall muss manuell bei den Geschäftspartnern nachgefragt werden, ob die Nachrichten korrekt empfangen wurden. Dies erfordert das Heraussuchen und Abgleichen von Nachrichten-IDs, was mit entsprechendem Aufwand verbunden ist.

Obwohl es sich bei EDI um System-zu-System Kommunikation handelt, sitzen am Ende immer noch Menschen an den Systemen, welche fehlerhafte Daten eingeben können. Dadurch schlagen Nachrichtenmappings fehl, was eine manuelle Nachbearbeitung notwendig macht. Auch hier ist ein hohes Maß an Kompetenz der Mitarbeiter erforderlich, um entsprechend schnell eingreifen zu können.

X.400-Kosten-Thema

Bei der Nachrichtenübermittlung in kostenpflichtige Drittnetzwerke, wie beispielsweise X.400, können signifikante Kosten für die Nachrichtenübermittlung anfallen. Als einzelnes Unternehmen bekommt man aufgrund der relativ gesehen geringen Datenmenge oft nur schlechte Konditionen bei diesen Anbietern.

Fazit

Die SAP PI Komponente bietet ein sehr hohes Maß an Funktionalität und Flexibilität. Die Konfiguration, Bedienung und Wartung erfordert aber auch den Einsatz von entsprechenden Ressourcen, welche bei einer Total Cost of Ownership-Betrachtung miteinbezogen werden müssen. Diese Kosten müssen auch beim Einsatz eines lokalen EDI-Konverters berücksichtigt werden.

Alternative auf Basis des EPO-Connectors

Eine Alternative zur Realisierung von inhouse EDI-Anbindungen auf Basis von SAP PI, stellt der Einsatz einer Managed EDI-Lösung dar. Beispielhaft stellen wir im Folgenden eine EDI-Anbindung auf Basis von ecosio.EDI und dem EPO Connector vor.

Eine Verbindung für alle

Der wesentliche Unterschied zu EDI-Anbindungen mit SAP PI ist das Prinzip von "Eine Verbindung für Alle". Wie in der folgenden Abbildung dargestellt, gibt es statt n verschiedener Verbindungen zu den Geschäftspartnern nur mehr eine einzige Verbindung zum zentralen EDI-Dienstleister — in diesem Fall zu ecosio.


EDI-Anbindung mit Hilfe des EPO Connectors
EDI-Anbindung mit Hilfe des EPO Connectors

Der EDI-Dienstleister übernimmt zentral all jene Aufgaben, die bei einer inhouse-Lösung in SAP PI abgebildet werden müssen. Dies umfasst den Aufbau und die Wartung von EDI-Verbindungen, das Einrichten und die Wartung der Dokumentenmappings, das korrekte Routing der Nachrichten, sowie die laufende Überwachung des Datenverkehrs.

Anstatt n verschiedene Verbindungen und Mappings im SAP zu warten, wird das native SAP Dokumentenaustauschformat IDoc verwendet. Eingehende IDocs werden von ecosio an den EPO Connector zugestellt und scheinen im SAP direkt in Transaktion BD87 auf. Ausgehende IDocs werden automatisch vom EPO Connector übernommen, an ecosio zugestellt, in das richtige Zielformat des Empfängers konvertiert und zugestellt.

Der EPO Connector läuft dabei als eigene, von SAP zertifizierte Komponente, direkt im SAP ERP System. Die Kommunikation zwischen dem EPO Connector und ecosio erfolgt verschlüsselt auf Basis von HTTPS. Das Abholen von Nachrichten von SAP bei ecosio kann wahlweise im Push oder Pull-Verfahren erfolgen — je nach Präferenz des Unternehmens.

Die einzige Aufgabe im SAP-System bleibt die Überwachung der Transaktion BD87, um sich einen Überblick über die ein- und ausgehenden IDoc zu verschaffen. Die folgende Abbildung zeigt einen Überblick über Transaktion BD87 und die ein- und ausgehenden IDocs.


IDoc-Übersicht in Transaktion BD87
IDoc-Übersicht in Transaktion BD87

Sollte einmal eine genaue Nachverfolgung einer ein- oder ausgehenden Nachricht notwendig sein, so kann auf den ecosio.Monitor zurückgegriffen werden. Der ecosio.Monitor gibt einen Überblick über alle empfangenen und gesendeten Nachrichten und visualisiert den Zustellungsstatus einer Nachricht. Bei einer gesendeten Nachricht bedeutet dies z.B., dass die Empfangsbestätigung des Empfängers (z.B. Daimler oder BMW) im Monitor visualisiert wird.

Um den ecosio.Monitor aufzurufen muss das SAP nicht verlassen werden. Im Gegenteil — durch einen Klick auf auf die EDI-Nachrichten-ID in der IDoc-Ansicht öffnet sich der ecosio.Monitor direkt im SAP, wie in der untenstehenden Abbildung dargestellt.


ecosio.Monitor als eigene SAP-Transaktion
ecosio.Monitor als eigene SAP-Transaktion

Im ecosio.Monitor kann ein SAP-User anschließend den Zustellungsstatus einer bestimmten Nachricht einsehen, oder weitere gesendete und empfangene Nachrichten prüfen.


Detailansicht von Nachrichten im ecosio.Monitor
Detailansicht von Nachrichten im ecosio.Monitor

Laufende Überwachung durch externe Profis

Übernimmt ecosio die Abwicklung der EDI-Prozesse, so wird der gesamte EDI-Verkehr laufend durch das Operations-Team von ecosio überwacht. Sofern es zu Zustellungsproblemen von Nachrichten an Geschäftspartner kommt, klärt das Operations-Team dies mit den EDI-Kontaktpersonen des Geschäftspartners ab und nimmt die Nachrichtenzustellung nach der Problembehebung sofort wieder auf.

Da das Operations-Team ausschließlich EDI-Verbindungen überwacht und Probleme beseitigt, sind die Telefonnummern und Emailadressen von allen EDI-Ansprechpartnern in den verschiedenen Unternehmen vorhanden. Durch die teilweise persönlichen Bekanntschaften mit den EDI-Ansprechpersonen reduziert sich der Kommunikationsaufwand, und mögliche Probleme können rasch gelöst werden.

24/7 Monitoring der Verbindungen

Vor allem im Bereich der Logistik sind EDI-Prozesse sehr zeitkritisch. Lieferavis müssen rechtzeitig versendet werden, Feinabrufe und produktionssynchrone Abrufe müssen rechtzeitig empfangen werden usw. Daher darf es zu keiner Zeit zu Verbindungsausfällen kommen, da ansonsten Service-Level-Agreements nicht eingehalten werden können und ggf. sogar Sanktionen von Seiten des Geschäftspartners drohen.

Alle Verbindungen von und zu ecosio werden 24/7 überwacht. Sofern es zu Verbindungsausfällen kommt, greifen entsprechende Alerting-Mechanismen, sodass bei Problemen sofort gegengesteuert werden kann.

Realisierung von jeglichen Anbindungs­protokollen

Durch den 100%igen Fokus auf EDI-Themen, kann ein EDI-Dienstleister wie ecosio auch exotische Anbindungsprotokolle umsetzen, wie beispielsweise PEPPOL. Aus SAP-Sicht bedeutet dies, dass keine teuren und aufwändigen Spezial-Adapter im SAP PI realisiert werden müssen.

Zusammen­fassung

Mit SAP PI hat mal als SAP-Anwender eine Fülle an technischen Möglichkeiten und Funktionen um Anbindungen von internen und externen Systemen zu realisieren. Für die Anbindung von externen Geschäftspartnern via EDI zahlt es sich aber durchaus aus, einen Blick über den Tellerrand zu werfen und eine Managed EDI-Lösung in Erwägung zu ziehen.

Vor allem bei der Betrachtung der Total Cost of Ownership ist eine ausgelagerte EDI-Lösung mit einem externen EDI-Dienstleister dabei wesentlich billiger, als eine inhouse EDI-Lösung.

Noch Fragen?

Sie haben noch Fragen zum Thema SAP PI oder zum elektronischen Datenaustausch mit einem SAP ERP-System? Zögern Sie nicht und nehmen Sie mit uns Kontakt auf oder benutzen Sie unseren Chat — wir helfen Ihnen gerne weiter!

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