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Alternativen zum Seeburger PI Adapter

Am 31.12.2020 läuft die Standardwartung der SAP Process Integration und Orchestration (SAP PI & SAP PO) Releases 7.31 und 7.40 aus. Der aktuelle Release 7.50 wird damit obligatorisch, was vor allem für Nutzer des Seeburger PI Adapters Handlungsbedarf bedeutet, dessen reguläre Wartung Ende 2021 ausläuft. Der Adapter ermöglichte EDI-Konverterfunktionen, die Nutzung verschiedener Protokolle (wie AS2, SFTP etc.) und Message Splitting. Durch das Wartungsende werden nun kritische B2B-Funktionalitäten (Routing und Mapping) nicht mehr möglich sein. Welche Alternative zum Seeburger PI Adapter eignet sich nun am besten?

Übrigens: Auch die Wartung des SAP Business Connector (SAP BC) endet mit 31.12.2020. Welche Alternativen haben Unternehmen und was sollte beim Umstieg beachtet werden? Dieser Artikel zeigt sinnvolle Alternativen.

Welche Möglichkeiten gibt es?

Um den weiteren Betrieb zukunftssicher gewährleisten zu können, sollte eine entsprechende Migration also rechtzeitig geplant und umgesetzt werden. Dabei gibt es einige Alternativen zum Seeburger PI Adapter:

1) Lokaler EDI-Konverter

Es gibt die Möglichkeit, weiterhin auf einen lokalen Konverter zu setzen. Dieser Ansatz hat im Vergleich zu einer Cloud-Lösung aber die meisten Nachteile. 

Eine solche on-premise Lösung erfordert viel interne EDI-Expertise. Installation und Wartung des Konverters müssen vom Unternehmen selbst übernommen werden, einschließlich fälliger Updates. Das macht Konverter-Lösungen anfällig gegenüber erneuten Upgrades und Wechsel. Skalierbarkeit, Zukunftssicherheit und verlässlicher Betrieb sind damit nicht gegeben. Welche Probleme sich in diesem Zusammenhang ergeben, zeigt sich aktuell mit der Seeburger PI Adapter-Ablöse. 

Auch aus Sicht des Business Continuity Management ergeben sich einige Schwierigkeiten. Konverter-Lösungen bergen ein One-Point-of-Failure Risiko, da Systeme weder redundant ausgelegt sind, noch über die Cloud auf diese zugegriffen werden kann. Das Fehlermanagement, sowie neue Mappings und Routings müssen ebenfalls von internen Teams übernommen werden.

Die Kosten sind dafür zwar kurzfristig etwas geringer, langfristig ergeben sich jedoch im Vergleich zu einer Managed EDI-Lösung auch hier Nachteile. Eine detaillierte Kostenaufstellung anhand eines Beispiels lesen Sie in unserem entsprechenden White Paper:

White Paper – Lokaler EDI-Konverter vs. Managed EDI-Service Seeburger PI Adapter Alternative

2) B2B Add-On von SAP

Eine weitere Möglichkeit für Seeburger PI Adapter Alternative wäre das von SAP selbst entwickelte B2B Add-On. Dabei handelt es sich um eine recht umfangreiche Lösung für EDI-basierende B2B-Kommunikation. So werden Mapping-Funktionen (inkl. Mapping-Vorlagen für EDIFACT ANSI X.12 und TRADACOM) zur Verfügung gestellt. EDI-Message-Splitting wird ebenso unterstützt wie die Verwaltung von Nummernkreisen und Acknowledgement-Handling. 

Für den Datenaustausch mit Partnern-Systemen benutzt das SAP PI mit dem SAP B2B Add-On verschiedene Kommunikationswege und Adapter:  

  • FTP oder SFTP Adapter zu Partnern über VPN oder Internetverbindungen
  • AS2 Adapter zu Partnern über das Internet
  • OFTP(2) zu OFTP-Partnern (Punk-Punkt Verbindung)
  • X400 Adapter zu X.400 Mailboxen

Hier fallen prinzipiell einige Nachteile einer lokalen Konverter-Lösung weg, ganz ohne Tücken ist diese Option allerdings auch nicht. So gibt es vor allem auf technischer Seite einige Nachteile.

Eine Kommunikation mit Value-Added-Networks (VANs) ist nicht out-of-the-box möglich, was Unternehmen in ihrem B2B-Netzwerk einschränkt. API-Verbindungen werden ebenfalls nicht unterstützt, was Nachteile im Bereich der Nachrichtenübertragung und der nahtlosen EDI-Integration bedeutet. Ende-zu-Ende-Monitoring ist nur eingeschränkt möglich, da beispielsweise der IDoc-Status nicht default-mäßig korrekt umgesetzt wird. Auch eine Volltextsuche in allen Arten von EDI-Nachrichten ist nicht möglich.

Der Betriebsaufwand entspricht in etwa dem eines lokalen EDI-Konverters, da der EDI-Betrieb ebenfalls im Unternehmen selbst durchgeführt werden muss. Aufwändiges Partner-Setup und -Management müssen ebenso intern umgesetzt werden, wie neue oder aktualisierte Mappings. Bezüglich Regulierungen rund um die e-Rechnung zeigt das SAP B2B Add-On ebenfalls Schwächen. So ist beispielsweise kein Peppol-Adapter vorhanden – dieser muss extern umgesetzt werden.

3) Fully Managed EDI in der Cloud EDI ohne Ablaufdatum

Die Lösung für eine Seeburger PI Adapter Alternative mit den meisten Vorteilen ist die Migration zu einer cloud-basierten Fully Managed EDI-Lösung. EDI-Anbieter wie ecosio übernehmen hier sämtliche EDI-Belange und sorgen für Skalierbarkeit und zukunftssicheren Betrieb, inklusive aller Mappings, Fehlerbehandlung, Partner-Onboarding und rechtskonformer e-Rechnungsstellung. So können die internen Teams von Unternehmen optimal entlastet werden.

Vor allem das Partner-Onboarding beschleunigt sich. Bei ecosio kümmern sich dedizierte Projektmanager um jeden einzelnen Kunden und sein gesamtes B2B-Netzwerk und verfügen über entsprechendes Branchen-Wissen, um bei Besonderheiten rasch reagieren zu können. Umfangreiche Tests garantierten den Betrieb aller Nachrichtenverbindungen, auftretende Fehler werden durch 24/7-Monitoring automatisiert erkannt und proaktiv eliminiert. 

Die nahtlose EDI-Integration in das ERP-System ermöglicht exzellente Nutzer-Usability und Nachrichten-Transparenz (beispielsweise die Volltext-Suche in allen Inhalten). Mit nur einer einzigen Verbindung zum ecosio Integration Hub, können alle Verbindungen im B2B-Netzwerk in allen gängigen Formaten und Protokollen (einschließlich VANs und Peppol) zuverlässig und die e-Rechnung rechtskonform eingesetzt werden. 

Fazit

Das End-of-Live des Seeburger PI-Adapters bedeutet sicherlich eine Umstellung und Herausforderung für einige Unternehmen. Der Wechsel kann aber auch eine Chance für Unternehmen und deren B2B-Netzwerk bedeuten. Cloud-basiertes Fully Managed EDI ermöglicht Unternehmen alle Vorteile von EDI zukunftssicher und ohne internen Aufwand langfristig umzusetzen. 

Sie möchten gerne mehr über den ecosio Integration Hub und Fully Managed EDI erfahren? Wir bieten Ihnen eine Vielzahl an White Paper und Webinaren. Oder Sie nehmen unverbindlich mit uns Kontakt auf.

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