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SAP Business Connector (SAP BC) ablösen – das sind die Alternativen

Funktionsumfang des SAP Business Connector

Der SAP Business Connector ist eine eigenständige Softwarekomponente basierend auf dem webMethods B2B Integration Server, die unabhängig vom SAP-System installiert und verwaltet wird. Dadurch können Drittsoftware und andere B2B-Partner an das SAP-System angebunden werden, wobei unterschiedliche Anbindungsvarianten möglich sind. 

So kann der Business Connector beispielsweise eine XML-Schnittstelle für existierende SAP BAPIs (Business Application Programming Interface) zur Verfügung stellen. Damit können externe Partner und Drittanwendungen BAPIs über XML-Nachrichten ansteuern. Eine andere Möglichkeit ist der Aufruf von SAP Remote Function Calls (RFCs) aus dem Business Connector. 

Mit dem Business Connector können externe Anwendungen mit dem SAP-System kommunizieren, ohne das RFC-Protokoll zu unterstützen oder Kenntnis der in SAP abgebildeten ABAP-Routinen oder ABAP-Strukturen zu haben. Die Kommunikation ist in beiden Richtunge möglich – d.h. auch das SAP-System kann über den Business Connector eine externe Anwendung ansteuern. Des Weiteren bietet der SAP Business Connector eine Reihe von Möglichkeiten für das Mapping und das Routing von IDoc-Nachrichten. So kann das SAP-interne IDoc-Format in ein externes Format des Kunden oder Lieferanten (z. B. XML oder EDIFACT) umgewandelt werden und über verschiedene Protokolle zugestellt werden.


Dokumentenaustausch mithilfe des SAP Business Connector
Dokumentenaustausch mithilfe des SAP Business Connector

Beispielsweise können Unternehmen IDocs und XML-Dateien mit Geschäftspartnern über die Kommunikationsprotokolle HTTP(S), FTP oder E-Mail (SMTP/POP3/IMAP) austauschen. Moderne Protokolle, die vermehrt im Bereich des elektronischen Datenaustauschs (EDI) eingesetzt werden, wie beispielsweise AS2, OFTP2 oder Peppol werden allerdings nicht unterstützt.

Jedes Unternehmen mit einer gültigen SAP-Lizenz kann den Business Connector kostenlos betreiben, was zur großen Verbreitung der Software beiträgt. Da nun aber das Wartungsende des SAP Business Connector mit Ende 2020 bevorsteht, müssen Unternehmen einen Nachfolger finden. Ansonsten kann der reibungslose Datenaustausch mit Kunden und Lieferanten nicht gewährleistet werden.

Alternativen zum SAP Business Connector

Bevor sich ein Unternehmen für einen Ersatz entscheidet, muss zunächst geklärt werden, ob wieder eine lokale Lösung installiert werden soll oder auf eine Managed Lösung gesetzt wird.

Alternative 1: Eine lokale Lösung installieren

Eine lokale Lösung wird ähnlich zum SAP Business Connector installiert und betrieben. Dabei wird eine Software gekauft, die im Unternehmen neben dem SAP-System installiert wird. Diese Lösung führt das Datenmapping zwischen SAP-Dokumenten und Fremd-Formaten, sowie das Routing über die erforderlichen Kanäle durch. Dabei müssen Firmen darauf achten, dass das neue System alle geforderten Formate und Protokolle der Geschäftspartner unterstützt.

Als weitere lokale Alternative kann ein SAP Add-on installiert werden, welches die Konvertierung in verschiedene Dateiformate übernimmt. Der Unterschied zur vorherigen Lösung besteht darin, dass das Add-on direkt im SAP-System und nicht in einer externen Instanz läuft. Üblicherweise muss deshalb bei dieser Lösung auch noch zusätzlich eine Software für das Routing gekauft werden, damit Dokumente versendet und empfangen werden können.

Der größte Nachteil einer lokalen Lösung sind die damit verbundenen Kosten. Unternehmen müssen mit hohen Initial- und Instandhaltungskosten rechnen, um die Software stets auf dem neuesten Stand der Technik betreiben zu können. Um die Funktionalität und Sicherheit des Systems zu gewährleisten, müssen regelmäßige Aktualisierungen vorgenommen werden. Je nachdem welche Software gewählt wurde, können diese Updates kostenpflichtig sein.

Auch die laufende Wartung der Dokumentenmappings, die Wartung der EDI-Verbindungen (Zertifikatsaustausch, Parameterwechsel, etc.) und das laufende Monitoring müssen in die Kostenbetrachtung mit einfließen.

White Paper – Lokaler EDI-Konverter vs. Managed EDI-Service

Alternative 2: Auf eine Managed Lösung wechseln

Eine ressourcenschonende Alternative zum SAP Business Connector ist die Beauftragung eines Dienstleisters wie ecosio, der eine Managed EDI-Lösung anbietet.
Bei dieser Variante wird das SAP-System des Unternehmens mit der externen Softwarelösung des Dienstleisters verbunden, wodurch keine Software in der firmeninternen IT-Umgebung installiert werden muss. Beispielsweise kann der ecosio.MessagingHub, der sich um den Datenaustausch kümmert, über einen Connector an das System des Unternehmens angeschlossen werden.

Der Dienstleister kümmert sich um die Konvertierung der Dokumente in die erforderlichen Formate, wie beispielsweise UBL für den Standard XRechnung. Anschließend werden diese Daten über die erforderlichen Protokolle, wie Peppol, AS2, X.400 etc. versendet.
Der gesamte Workflow wird laufend überwacht (Monitoring), um z. B. keine fehlerhaften Dokumente an Geschäftspartner zu versenden.
Zudem kann der Dienstleister auch Dokumente von Partnern empfangen und in ein SAP-Format konvertieren. Mithilfe des Dienstleisters wird die Funktionalität des SAP ERP-Systems so erweitert, dass jede Art von EDI-Verkehr mit Kunden und Lieferanten abgewickelt werden kann.

Der EDI-Workflow zwischen einem Unternehmen und dessen EDI-Partnern ist auf folgender Grafik dargestellt:


EDI-Workflow mit EPO Connector und ecosio Integration Hub
EDI-Workflow mit EPO Connector und ecosio Integration Hub

Unternehmen können damit sicherstellen, dass sämtliche Prozesse des EDI-Workflows laufend überwacht werden und ein unterbrechungsfreier EDI-Verkehr sichergestellt ist. Außerdem hält der Dienstleister die Systeme stets aktuell, wodurch keine unvorhersehbaren Kosten für Updates anfallen.

Aufgrund der Vielzahl an unterstützten Dateiformaten und Übertragungsprotokollen, können sämtliche EDI-spezifischen Anforderungen erfüllt werden. Gewinnt ein Unternehmen beispielsweise einen neuen Geschäftspartner, der ein neues Dateiformat fordert, kann der Datenaustausch begonnen werden, ohne extra Software-Erweiterungen programmieren zu müssen – der Dienstleister unterstützt alle gängigen Formate und Protokolle.

Zusammen­fassung

Aufgrund des auslaufenden Supports für den SAP Business Connector sollten sich Unternehmen sobald als möglich nach einem passenden Ersatz umsehen. Anstatt wieder eine lokale Konverterlösung anzuschaffen, kann auch ein EDI-Dienstleister beauftragt werden, der sich um die Konvertierung und die Übermittlung von Dokumenten zwischen Firmen und deren Lieferanten und Partnern kümmert. Der große Vorteil dieser Lösung ist, dass Unternehmen keinen ungeplanten Kosten für Updates gegenüberstehen. Außerdem wird garantiert, dass sich das System stets auf dem neuesten technischen Stand befindet und somit fit für die Zukunft ist.

Übrigens: Am 31.12.2020 läuft die Standardwartung der SAP Process Integration und Orchestration (SAP PI & SAP PO) Releases 7.31 und 7.40 aus. Der aktuelle Release 7.50 wird damit obligatorisch, was vor allem für Nutzer des Seeburger PI Adapters Handlungsbedarf bedeutet, dessen reguläre Wartung Ende 2021 ausläuft. Der Adapter ermöglichte EDI-Konverterfunktionen, die Nutzung verschiedener Protokolle (wie AS2, SFTP etc.) und Message Splitting. Durch das Wartungsende werden nun kritische B2B-Funktionalitäten (Routing und Mapping) nicht mehr möglich sein. Welche Alternative zum Seeburger PI Adapter eignet sich nun am besten? Dieser Artikel zeigt Ihnen die besten Möglichkeiten.

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