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Peppol-Anbindung via API – welche Vorteile bestehen?

Aufgrund der international steigenden Anzahl an Regulierungen im Bereich der e-Rechnung im B2G-Sektor, verbreitet sich auch die Nutzung von Peppol immer stärker. Gleichermaßen sind immer mehr Unternehmen an das Peppol Netzwerk angebunden. In diesem Artikel sehen wir uns deshalb an, was es für eine Peppol-Anbindung braucht und warum eine Peppol-Anbindung via API einige Vorteile bietet.

Übrigens: Warum die Nutzung einer API bei der EDI-Integration in ERP-Systeme den Unterschied zwischen guten EDI-Lösungen und ausgezeichnete EDI-Lösungen macht, lesen Sie in diesem Artikel.

Peppol-Anbindung: Was ist erforderlich? 

Im Wesentlichen braucht ein Unternehmen für die Anbindung an das Peppol-Netzwerk (und somit für das Versenden und Empfangen automatisierter Nachrichten) lediglich eine Verbindung zu einem zertifizierten Peppol-Access-Point (wie beispielsweise ecosio).

Vor Peppol hat der Handel mit mehreren B2G/B2B-Partnern unter Umständen die Verbindung zu verschiedenen Service-Anbietern erfordert. Um den Datenaustausch so einfach und kosteneffizient wie möglich zu gestalten, nutzt Peppol das sog. Four-Corner-Verbindungsmodell. Im Gegensatz zu den Two- oder Three-Corner-Modellen, reicht für dieses eine einzige Verbindung zu einem Peppol-Access-Point. So können alle Unternehmen und Behörden im Peppol-Netzwerk erreicht werden. 

Wo liegen nun die genauen Unterschiede zwischen den verschiedenen Verbindungsmodellen?

Two-Corner-Verbindungsmodell

Auch als Punkt-zu-Punkt-Verbindung bezeichnet, benötigt das Two-Corner-Modell viel unternehmensinternen IT-Aufwand für die Implementierung. Auch die Skalierbarkeit leidet unter der üblicherweise recht aufwändigen Wartung und die für jeden B2B-Partner neu durchzuführenden Setups (Punkt-zu-Punkt-Verbindungen können nicht „wiederverwendet“ werden).


Two-Corner-Verbindungmodell
Two-Corner-Verbindungsmodell

Three-Corner-Verbindungsmodell

Hier wird das Nachrichten-Routing über einen zentralen Hub eines Service-Anbieters erledigt. Allerdings müssen Sender und Empfänger denselben Anbieter nutzen. Das ist bei großen Lieferketten (für die Peppol auch geschaffen wurde) ein wesentlicher Nachteil da keine freie Wahl des eigenen Dienstleisters mehr möglich ist. Zusätzlich besteht die Gefahr, von größeren Unternehmen in einen Vertrag mit deren Service-Anbieter gezwungen zu werden.


Three-Corner-Verbindungmodell
Three-Corner-Verbindungsmodell

Four-Corner-Verbindungsmodell (für Peppol verwendet)

Bei diesem Verbindungsmodell benötigen sowohl Sender als auch Empfänger jeweils einen Service-Anbieter (also Peppol-Access-Point) – über diese läuft dann auch der Nachrichtenaustausch.


Four-Corner-Verbindungmodell
Four-Corner-Verbindungsmodell

Dies ermöglicht, im Gegensatz zu den anderen Modellen, hohe Flexibilität im Nachrichtenaustausch. Da keine einzelnen Punkt-zu-Punkt-Verbindungen umgesetzt werden müssen und der Service-Anbieter frei gewählt werden kann, wird der Nachrichtenaustausch flexibel, kosteneffizient und vor allem einfach skalierbar.

Hat ein Unternehmen die Verbindung zum Peppol-Access-Point umgesetzt, reicht die Peppol-ID (“Peppol Participant ID”) um elektronische Nachrichten an jeden B2B-Partner im Peppol-Netzwerk zu senden oder zu empfangen.

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Aber: Nicht alle Peppol-Access-Points sind gleich

Auch wenn der Zugang zum Peppol-Netzwerk mit jedem zertifizierten Access-Point erlangt werden kann, bieten nicht alle Service-Anbieter dasselbe. Obwohl beispielsweise Peppol mittlerweile vorschreibt, dass Access-Points AS4-konform sein müssen (davor war AS2 das bevorzugte Protokoll), sind viele Anbieter immer noch nicht für den Dokumentenaustausch über AS4 bereit. Auch in welchem Ausmaß der Access-Point die Einrichtung neuer Mappings oder das Nachrichten-Monitoring übernimmt, unterscheidet sich bei den verschiedenen Anbietern teils gravierend.

Der größte Unterschied besteht jedoch darin, dass nur sehr wenige Peppol-Access-Points die Verwendung einer API anbieten.

Warum die Peppol-Anbindung via API umsetzen?

Peppol wurde entwickelt, um den B2G- und B2B-Dokumentenaustausch zu optimieren. Mit einer API-Verbindung an das Peppol-Netzwerk geht das noch besser. 

Eine API legt grundsätzlich fest, wie verschiedene Anwendungen miteinander interagieren sollen, indem sie das Austauschformat, das Austauschprotokoll, die Sicherheitsanforderungen usw. definiert. Auf diese Weise ermöglichen APIs Unternehmen, ihre interne IT-Landschaft mit anderen Diensten von Drittanbietern zu verbinden. Während Peppol die Herausforderung der Interoperabilität zwischen heterogenen B2B-Netzwerken durch die Einführung einer gemeinsamen Austauschinfrastruktur perfekt löst, definiert es nicht die sog. „letzte Meile“. In der Telekommunikation bezieht sich die „letzte Meile“ auf das Verbindungsstück zwischen dem Netzwerkknoten und dem System des Endnutzers (z. B. dem Telefon). 

Bei Peppol ist der Netzwerk-Hub der Peppol-Access-Point und das System des Endnutzers das ERP-System des Unternehmens, in dem Rechnungen, Bestellungen, Lieferavise usw. bearbeitet werden. Bietet ein Peppol-Access-Point nun eine eigene API, kann das ERP-System nahtlos mit dem Access-Point verbunden werden! 

Die Verwendung einer API für den Nachrichtenaustausch über Peppol bietet Unternehmen einige Vorteile: 

End-to-End Nachrichten-Monitoring

Mit einer API kann Peppol nahtlos in das ERP-System integriert werden. So können Nutzer den Status der Nachrichten im vorhanden User-Interface des ERP-Systems jederzeit sehen, ohne auf externe Software zugreifen zu müssen.

Akkurates Zustellen/Abfragen von Nachrichten

Mit der Peppol-Anbindung via API können neue Nachrichten entweder in bestimmten Zeitintervallen abgefragt oder proaktiv vom Peppol-Access-Point  zum ERP-System gepusht werden. 

Volltext-Suche

Die Integration mithilfe einer API ermöglicht eine direkte Volltext-Suche nach Nachrichten im ERP-System. Nutzer können so beispielsweise bestimmte Rechnungen über die Eingabe relevanter Rechnungsdaten (Artikelnummer, Lieferavisreferenznummer etc.) finden.

Fehlerbeseitigung

Im Gegensatz zu traditionelleren Protokollen wie SFTP, bei denen es schwierig sein kann, festzustellen, wo und warum das Senden fehlgeschlagen ist, können Benutzer dank der Datentransparenz, die mit einer API-Verbindung erreicht wird, sofort sehen, wo das Problem aufgetreten ist und was zur Lösung des Problems unternommen werden muss.

ecosio als Ihr Peppol-Access-Point

ecosio verfügt über ein großes Maß an Erfahrung als Peppol-Access-Point und ist bestens positioniert, Ihrem Unternehmen alle Vorteile mit Peppol zu ermöglichen. Ein Alleinstellungsmerkmal ist die einzigartige API von ecosio, die eine nahtlose Integration in das ERP-System und Transparenz entlang des gesamten Nachrichtenverkehrs erlaubt. So können Unternehmen ihre e-Rechnungsprozesse bestmöglich optimieren.

Kontaktieren Sie uns, um mehr über ecosio als Peppol-Access-Point zu erfahren und wie Ihr Unternehmen von einer Peppol-Anbindung via API profitieren kann.

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