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Peppol in Kroatien - Fakten & Vorteile

Nachdem sich das Europäische Parlament und der Rat der Europäischen Union am 16. April 2014 auf die Verabschiedung der Richtlinie 2014/55/EU zur elektronischen Rechnungsstellung geeinigt haben, werden bald alle europäischen Regierungsbehörden verpflichtet sein, strukturierte elektronische Rechnungen von Lieferanten zu erhalten.

In ganz Europa (und darüber hinaus) wird Peppol eingesetzt, um Behörden und deren Lieferanten bei der Erfüllung dieser neuen Anforderungen zu unterstützen – damit beide Parteien die Vorteile des automatisierten Dokumentenaustauschs nutzen können. Allerdings schreitet nicht jedes Land mit der gleichen Geschwindigkeit voran. Auch sind die Vorschriften nicht in allen Ländern gleich.

Kroatien ist hierbei eines der pünktlichsten Länder – in diesem Artikel schauen wir uns deshalb speziell den aktuellen Status von Peppol in Kroatien an. 

Übrigens: ecosio bietet Artikel zu Umsetzungen der e-Rechnung in ganz Europa, in diesem Artikel beispielsweise über die Umsetzung in Ungarn mit dem NAV-System.

Daten und Fakten

Nach der Einigung über die Richtlinie zur elektronischen Rechnungsstellung im April 2014 hat das Europäische Parlament den 18. April 2019 für die zentralen europäischen Verwaltungsorgane und den 18. April 2020 für die lokalen und regionalen europäischen Organisationen des öffentlichen Sektors als Fristen festgelegt.

Kroatien ist eines der ersten Länder in Europa, das diese Fristen einhält.

Am 17. Oktober 2018 verabschiedete die kroatische Regierung ein Gesetz über die elektronische Rechnungsstellung im öffentlichen Beschaffungswesen (Richtlinie 94/2018). Diese Richtlinie verlangte, dass alle relevanten öffentlichen Einrichtungen bis zum 1. Dezember 2018 in der Lage sein müssen, elektronische Rechnungen zu akzeptieren – und dass alle Lieferanten von öffentlichen Einrichtungen bis zum 1. Juli 2019 elektronische Rechnungen ausstellen müssen. Informationen finden Sie übrigens auch auf der Website der WKO.

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Die Anbindung an kroatische Behörden via Peppol

Peppol betreibt ein four-corner-Verbindungsmodell – sowohl Sender als auch Empfänger benötigen eine Verbindung zu einem zertifizierten Access-Point-Anbieter, um Dokumente automatisch auszutauschen.

Der von den kroatischen Behörden genutzte Access-Point ist Servis eRačun za državu, betrieben von der kroatischen Finanzbehörde (FINA). Die Lieferanten können aus einer Reihe verschiedener Access-Point-Anbieter wählen – zum Beispiel ecosio.

Sobald der Peppol-Netzzugang erreicht ist, können die angeschlossenen Unternehmen über eine einzige Verbindung automatisierte Nachrichten mit jedem anderen Peppol-Anbieter und allen angeschlossenen Unternehmen austauschen.

Spezifikationen bei der Übertragung

Das Format für e-Rechnungen, die an kroatische öffentliche Einrichtungen gesendet werden sollen, ist OASIS UBL (Universal Business Language) 2.1.

E-Rechnungen, die über Peppol verschickt werden, benötigen keine elektronische Signatur – wird ein anderer Übertragungsweg gewählt, ist jedoch eine solche notwendig. Die Vorschriften sehen auch vor, dass Rechnungen mindestens elf Jahre lang archiviert werden müssen.

Wie sieht es dabei mit B2B-Rechnungen aus?

Neben der Bearbeitung von B2G-Rechnungen (Business-to-Government) verfügt die FINA auch über eine zweite Plattform für B2B-Transaktionen – hier wird das Format UBL 2.1 auf Basis von Peppol BIS 3.0 verwendet. Cross-Industry-Invoice (CII) wird nicht unterstützt.

Zurzeit ist es nicht zwingend erforderlich, strukturierte e-Rechnungen für alle B2B-Transaktionen in Kroatien zu versenden. Da allerdings ständig an besseren Steuerberichterstattungssysteme gearbeitet wird, ist eine baldige Gesetzgebung diesbezüglich nicht unwahrscheinlich. Italien ist ein gutes Beispiel: Dort ist die B2B-Rechnung seit dem 1. Januar 2019 obligatorisch. Andere Länder werden wahrscheinlich folgen.

Angesichts der Vorteile von Peppol ist es jedoch in jedem Falle sinnvoll, dass Unternehmen Zugang zum Peppol-Netzwerk erhalten und eine kostensparende Automatisierung des Dokumentenaustauschs eher früher als später umsetzen.

Die Vorteile von Peppol

Der automatisierte Austausch von Nachrichten bringt, besonders auf lange Sicht, enorme Kosten- und Zeitersparnisse mit sich – Details dazu finden Sie in unserem Whitepaper.

Für viele Unternehmen wird Peppol nun der Grund sein, sich erstmals mit automatisiertem Dokumentenaustausch zu beschäftigen – und mit den Vorteilen, die der elektronische Datenaustausch (EDI) mit sich bringt.

Das Schöne daran ist, dass Peppol EDI noch effizienter macht. Während in der regulären Verwendung von EDI viele verschiedene Standards und Methoden verwendet werden, sind bei Peppol Dateiformate und Protokolle vorgeschrieben. Damit wird das ansonsten sehr komplizierte Anbinden einzelner Partner leichter. Bereits hier spart man zu Beginn und in der laufenden Wartung Kosten.

Die Benefits auf einen Blick

  • Effizientere Einkaufsprozesse
  • Geringere Kosten für den Datenaustausch
  • Eine einzige Verbindung zu allen Anbietern und angeschlossenen Unternehmen
  • e-Rechnung-Standardisierung für B2G und B2B
  • Zukunftssicher
  • Skalierbar

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