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Handling Units in einem SAP ERP-System

Im heutigen Beitrag stellen wir das Konzept von Handling Units in einem SAP ERP-System vor und zeigen auf, welche Vorteile durch die Verwendung von Handling Units im Rahmen der Logistikketten entstehen.

Konzept einer Handling Unit

Unter einer Handling Unit versteht man in SAP eine Kombination aus einem Packmittel (Karton, Palette, etc.) und den darin enthaltenen Waren. Die folgende Abbildung zeigt ein Beispiel für verschiedene Handling Units: Container, Paletten und Kartons.


Beispiel für Handling Units
Beispiel für Handling Units

Wie aus der Abbildung ersichtlich ist, sind Handling Units schachtelbar. Mehrere Handling Units können daher zu einer übergeordneten Handling Unit zusammengefasst werden — zB zu einer Palette oder zu einem Container. Um die Logistikprozesse nachvollziehbar zu machen, werden Handling Units mit eindeutigen Identifikations­nummern versehen — zB mit NVE-Codes (Nummer der Versandeinheit).

Handling Units in SAP

In einem SAP ERP-System findet man die Details zu Handling Units in den Tabellen VEKP (Handling Unit Header-Daten) und VEPO (Inhalte von Handling Units). Handling Units können mit Transaktion HU03 angezeigt werden. Mit Transaktion HU02 können neue Handling Units angelegt werden.

Vorteile von Handling Units

Handling Units bieten eine Reihe von Vorteilen in der Logistik. Anstatt Güter einzeln zu bewegen, werden diese zu Handling Units zusammengefasst, was die Lagerlogistik und die Distributionslogistik erleichtert. So kommen in der Automobilzulieferindustrie beispielsweise KLT-Boxen (Kleinladungsträger) als Handling Units zum Einsatz. In den KLT-Boxen werden gleichartige Materialen zusammengefasst und die KLT-Boxen anschließend zum Automobilhersteller zugestellt. Die folgende Abbildung zeigt eine Palette mit KLT-Boxen.


Beispiel für KLTs
Beispiel für KLTs

Wie aus der Abbildung ersichtlich ist, werden die einzelnen KLTs mit Hilfe von Paletten und Paletten-Covern (in violett) zu einer neuen Handling Unit zusammengefasst. Mit Hilfe von Umreifungsbändern (in schwarz bzw. grau) werden die Handling Units zusammengehalten. Des Weiteren ist auch gut erkennbar, dass je nach Kunde unter­schiedliche KLTs zur Anwendung kommen. Die schwarzen KLTs sind beispielsweise von BMW, wie auch aus der Beschriftung hervorgeht.

Durch die eindeutige Identifikation von Handling Units mit Hilfe von Labels und fortlaufenden Nummern ist ein durchgehendes Tracking der Waren­bewegungen entlang der Liefer­kette möglich. In der obigen Abbildung sind die einzelnen KLT-Labels mit den eindeutigen Identifikations­nummern in weiß erkennbar. Des Weiteren ist auf den beiden unteren Handling Units auch jeweils ein Master-Label angebracht.

Damit wird die Warenausgangs- und die Wareneingangs­kontrolle wesentlich erleichtert — beispielsweise in Verbindung mit Lieferavis-Nachrichten. Diese Lieferavis-Daten werden mit Hilfe von EDI-Verfahren zwischen Lieferanten und Abnehmern ausgetauscht.

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Image Credits: Truck designed by Titusurya / Freepik

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