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Die Evolution von EDI. Vom internen Effizienztreiber zum gesetzlichen Zwang: EDI wandelt sich so schnell wie nie zuvor.

Man holding globe

Jahrzehntelang ging es bei Electronic Data Interchange (EDI) vor allem darum, Kosten zu senken und Lieferketten zu beschleunigen. Heute prägen völlig neue Kräfte den Markt: globale staatliche Mandate, strengere Compliance-Vorgaben und Künstliche Intelligenz.

Wie gelingt dieser Wandel von der internen Optimierung zur externen Regeltreue, ohne an Tempo zu verlieren?

Im Video-Interview erklärt Paul Wandl (Head of Solutions Engineering bei ecosio) die Evolution von EDI – vom Vormarsch mandatsgetriebener Netzwerke bis zur Frage, wo KI im Alltag wirklich hilft (und wo nicht).

Wie hat sich die Nutzung von EDI im Laufe der Zeit verändert?

EDI war in den letzten Jahren immer schon wahnsinnig wichtig für die B2B Kommunikation. Der Haupteinsatz ist natürlich die Kommunikation zwischen den Businesspartnern. Das bedeutet, Prozesse sollen effizient laufen und so automatisiert wie möglich Fehler reduzieren und so effizienter, wie gesagt, arbeiten. Wichtig ist, dass sich EDI auch stark auf der technologischen Seite verändert hat. Am Anfang standen proprietäre VANs, später kamen immer mehr B2B Netzwerke und direkte Verbindungen. Dann kam die Revolution von Cloud ERP Systemen und somit direkten Integrationen in solche Plattformen. Und heute sehen wir eine starke Veränderung in Richtung Mandate, von Staaten getrieben, zertifizierte Netzwerke. Ganz wichtig ist, dass dieser letzte Aspekt im Moment stärker in den Fokus kommt, weil EDI nicht mehr nur durch den Kunden getrieben wird, sondern eben teilweise schon und immer mehr von Mandaten vorgeschrieben wird.

Warum ist EDI heute immer noch wichtig?

EDI war in den letzten Jahrzehnten das Werkzeug, Prozesse stabil, effizient und schnell zu definieren. Das bedeutet, die direkte Integration von ERP System zu ERP System hat die Kommunikation zwischen den verschiedenen Businesspartnern auf neue Höhen gehoben. In der Vergangenheit wurde EDI durch interne Faktoren getrieben. Das Unternehmen selbst wollte effizienter werden und wollte besser mit den Partnern zusammenarbeiten. In Zukunft wird EDI durch externe Faktoren bestimmt werden. Mandate werden vorgeben, wie EDI auszusehen hat und nach welchen technischen Normen und nach welchen Prozessen sich zu richten ist.

Für die Zukunft ist es wahnsinnig wichtig, den Partner auszuwählen, der mit einem in dieses Feld wächst und diese Anforderungen global unterstützen kann.

Wie entwickelte sich EDI, als der Welthandel komplexer wurde?

EDI ist ein Werkzeug und so ist EDI auch zu sehen. Entwickelt sich der Prozess weiter, muss auch das Werkzeug damit wachsen. Das bedeutet, EDI wird immer mit den Prozessen mitwachsen. Wenn wir uns das anhand eines Beispiels der heutigen Zeit ansehen: wir bestellen über eine Internetplattform, die Bestellung wird aber vielleicht nicht in Europa erfüllt. Das bedeutet, es gibt Transportaufträge, die rund um die Welt stattfinden, mit Updates. Es wird irgendwo geliefert, die Ware wird in ein Warenlager gebracht, die Rechnung dazu wird erzeugt und die Endlieferung wird stattfinden.

Das bedeutet, so komplexe Prozesse müssen natürlich auch bei EDI abgebildet werden. Was wir heute schon wissen, ist, wenn sich der Prozess wieder weiterentwickelt, wird auch EDI sich wieder weiterentwickeln. Das bedeutet, es wird eine stetige Entwicklung geben.

Was nützt Automatisierung Unternehmen wirklich?

Automatisierung ist wahnsinnig wichtig. Nehmen wir ein Beispiel. Bauen Sie eine Liste auf von Tätigkeiten, die Sie jeden Tag erfüllen: Tätigkeiten, die Sie repetitiv durchführen. Tätigkeiten, die Sie jeden Tag machen, Sie oder Ihr Team. Gehen Sie diese Liste durch. Machen Sie sich Gedanken dazu, wie viel Zeit Sie dort und dort verbrauchen.

Stellen Sie sich vor, diese Punkte lassen sich teilweise oder ganz automatisieren. Die Arbeitszeit, die dadurch wieder frei wird, können Sie in andere Themen investieren, etwa in Themen, die sich nicht automatisieren lassen. Wenn wir das weitertreiben, dann kann dieser Prozess Effizienzen fördern. Wir können arbeiten, abgeben, arbeiten an Algorithmen oder auch AI abgeben und uns wirklich auf die Dinge konzentrieren, die Kreativität brauchen und nicht von Maschinen zu Maschinen durchgeführt werden können.

Das bedeutet Automatisierung richtig eingesetzt kann ein wahnsinnig starkes Tool sein, Prozesse eben schneller, fehlerfreier und effizienter abzuwickeln und macht mich dann frei, mich auf das zu konzentrieren, was ich tatsächlich machen will.

Welche aktuellen Entwicklungen verändern EDI zurzeit?

EDI hat sich immer verändert und wird sich immer verändern. Das ist einmal ganz was Wichtiges. Veränderung gehört dazu. Welche Veränderungen gibt’s grad ganz stark?

Erstens, die Supply Chain wird komplexer. Das bedeutet Nachrichtentypen, die wir im Automotive gesehen haben, gibt’s jetzt teilweise schon im Retail. Andere Industrien werden stärker durch EDI unterstützt. Wir sehen das in verschiedenen Bereichen, dass viele Industrien zu Retail und Automotive aufholen.

Auf der anderen Seite gibt’s zwei neue Faktoren, die ganz wichtig sind. Erstens, AI. Natürlich sehen wir auch im EDI AI und überlegen uns, wie wir das dort effizient und gut in den Prozess integrieren können. Und zweitens gibt’s Mandate.

Und des Weiteren gibt es EDI, immer öfter vorgegeben durch Staaten und durch Gesetze. Begonnen hat das Ganze mit E-Invoicing und E-Reporting. Wir sehen, dass das fast überall in Europa mittlerweile B2B Mandate für E-Invoicing existieren. Und wenn wir in Richtung Osteuropa oder Südamerika schauen, dann wird sich das noch auf viel, viel mehr Prozesse ausdehnen.

Von der Bestellung des P2P zur Rechnung, alles das könnte bald durch Mandate abgedeckt werden. Somit muss sich EDI auch in diese Richtung entwickeln.

Wie werden die EDI-Netzwerke der Zukunft aussehen?

Netzwerke waren im EDI immer wahnsinnig wichtig und werden es auch immer bleiben. Das ergibt sich aus einem natürlichen Clustering nach Industrien oder zum Beispiel auch nach Regionen oder durch rechtliche Rahmenbedingungen, die gesetzt werden. Historisch gesehen waren Netzwerke durch VANs getrieben, wurden dann Schritt für Schritt speziell in Europa durch direkte Verbindungen ersetzt und erleben jetzt wieder ein Revival durch Mandats getriebene Netzwerke. Was ist darunter zu verstehen?

Viele Mandate geben vor, wie Nachrichten übermittelt werden müssen. Somit gibt es Zertifizierungsprozesse, Anforderungen an die Netzwerke, die nicht von außen beeinflussbar sind.

Hier ist es ganz, ganz wichtig, den richtigen Partner einzusetzen, global diese neuen Netzwerke zu unterstützen. Für globale Probleme braucht es einen globalen Partner, der hier unterstützen kann.

Wie wird KI die Zukunft von EDI beeinflussen?

AI beeinflusst uns überall im Leben, egal in welchem Prozess, egal in in welchem Arbeitsvorgang. Wir müssen uns Gedanken darüber machen, wie wir AI integrieren können und ob es uns Vorteile in der Ausführung einer Tätigkeit bringt. Im EDI gibt es zwei sehr wichtige Themen.

Erstens eine Beständigkeit der Kommunikation: EDI muss deterministisch bleiben. Das bedeutet, eine Bestellung, die ich heute versende, die gleiche Bestellung morgen, muss exakt gleich wieder bei mir ankommen.

Das Zweite ist: wie binde ich neue Partner an? Wie schreibe ich neue Mappings? Wie kann ich Prozesse im Onboarding effizienter gestalten? Meine persönliche Meinung dazu ist, wir werden weiterhin bei der operativen Durchführung von EDI auf beständige Mapping Engines setzen, so wie der ecosio Integration Hub. Wir arbeiten aber gerade daran, wie AI uns in der Projektdurchführung unterstützen kann, effizienter zu werden, Projekte schneller abzuwickeln und unseren Kunden noch besseren Service bieten zu können.

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