Der SAP Business Connector (SAP BC) ist eine beliebte Middleware-Serveranwendung, die unter anderem SAP ERP mit anderen SAP ERP-Systemen und Nicht-SAP-Systemen über das Internet miteinander kommunizieren lässt. Die Version 4.8 der Software wurde im Juli 2008 veröffentlicht – das Wartungsende steht nun mit 31. Dezember 2020 bevor.
Nach wie vor ist der SAP BC in vielen Unternehmen im Einsatz, da er einfach und kostengünstig betrieben werden kann. Firmen müssen sich nun nach einem Nachfolger umsehen und die bestehende Funktionalität auf eine neue Umgebung migrieren, da die Funktionstüchtigkeit und Sicherheit der Software ab dem Zeitpunkt des End-of-Maintenance nicht mehr garantiert werden kann.

In diesem Artikel stellen wir Alternativen zum SAP Business Connector und deren jeweilige Vor- und Nachteile vor.

Funktionsumfang des SAP Business Connector

Der SAP Business Connector ist eine eigenständige Softwarekomponente, die unabhängig vom SAP-System installiert und verwaltet wird. Mithilfe von RFCs (Remote Function Calls), können Funktionen in einem anderen System aufgerufen werden, wodurch die Kommunikation mit SAP-Systemen und Nicht-SAP-Systemen ermöglicht wird. Dabei wird sowohl synchrone Kommunikation (sRFC) als auch asynchrone Kommunikation (tRFC und qRFC) unterstützt. Als Teil der Datenkommunikation mit externen Systemen ist der Business Connector auch in der Lage zwischen verschiedenen Formaten zu konvertieren. So kann beispielsweise ein SAP-internes Format in ein externes Format des Kunden oder Lieferanten (z. B. EDIFACT) umgewandelt werden.
Die nachfolgende Grafik stellt diesen Prozess vereinfacht dar:

Dokumentenaustausch mithilfe des SAP Business Connector

Dokumentenaustausch mithilfe des SAP Business Connector

Beispielsweise können Unternehmen IDocs und XML-Dateien mit Geschäftspartnern über die Kommunikationsprotokolle HTTP(S), FTP oder E-Mail (SMTP/POP3/IMAP) austauschen. Moderne Protokolle, die vermehrt im Bereich des elektronischen Datenaustauschs (EDI) eingesetzt werden, wie beispielsweise AS2, OFTP2 oder PEPPOL werden allerdings nicht unterstützt.

Jedes Unternehmen mit einer gültigen SAP-Lizenz kann den Business Connector kostenlos betreiben, was zur großen Verbreitung der Software beiträgt. Da nun aber das Wartungsende des SAP Business Connector mit Ende 2020 bevorsteht, müssen Unternehmen einen Nachfolger finden. Ansonsten kann der reibungslose Datenaustausch mit Kunden und Lieferanten nicht gewährleistet werden.

Alternativen zum SAP Business Connector

Bevor sich ein Unternehmen für einen Ersatz entscheidet, muss zunächst geklärt werden, ob wieder eine lokale Lösung installiert werden soll oder auf eine Managed Lösung gesetzt wird.

Alternative 1: Eine lokale Lösung installieren

Eine lokale Lösung wird ähnlich zum Business Connector installiert und betrieben. Dabei wird eine Software gekauft, die im Unternehmen neben dem SAP-System installiert wird. Diese Lösung führt das Datenmapping zwischen SAP-Dokumenten und Fremd-Formaten, sowie das Routing über die erforderlichen Kanäle durch. Dabei müssen Firmen darauf achten, dass das neue System alle geforderten Formate und Protokolle der Geschäftspartner unterstützt.

Als weitere lokale Alternative kann ein SAP Add-on installiert werden, welches die Konvertierung in verschiedene Dateiformate übernimmt. Der Unterschied zur vorherigen Lösung besteht darin, dass das Add-on direkt im SAP-System und nicht in einer externen Instanz läuft. Üblicherweise muss deshalb bei dieser Lösung auch noch zusätzlich eine Software für das Routing gekauft werden, damit Dokumente versendet und empfangen werden können.

Der größte Nachteil einer lokalen Lösung sind die damit verbundenen Kosten. Unternehmen müssen mit hohen Initial- und Instandhaltungskosten rechnen, um die Software stets auf dem neuesten Stand der Technik betreiben zu können. Um die Funktionalität und Sicherheit des Systems zu gewährleisten, müssen regelmäßige Aktualisierungen vorgenommen werden. Je nachdem welche Software gewählt wurde, können diese Updates kostenpflichtig sein.

Auch die laufende Wartung der Dokumentenmappings, die Wartung der EDI-Verbindungen (Zertifikatsaustausch, Parameterwechsel, etc.) und das laufende Monitoring müssen in die Kostenbetrachtung mit einfließen.

Alternative 2: Auf eine Managed Lösung wechseln

Eine ressourcenschonende Alternative ist die Beauftragung eines Dienstleisters wie ecosio, der eine Managed EDI-Lösung anbietet.
Bei dieser Variante wird das SAP-System des Unternehmens mit der externen Softwarelösung des Dienstleisters verbunden, wodurch keine Software in der firmeninternen IT-Umgebung installiert werden muss. Beispielsweise kann der ecosio.MessagingHub, der sich um den Datenaustausch kümmert, über einen Connector an das System des Unternehmens angeschlossen werden.

Der Dienstleister kümmert sich um die Konvertierung der Dokumente in die erforderlichen Formate, wie beispielsweise UBL für den Standard XRechnung. Anschließend werden diese Daten über die erforderlichen Protokolle, wie PEPPOL, AS2, X.400 etc. versendet.
Der gesamte Workflow wird laufend überwacht (Monitoring), um z. B. keine fehlerhaften Dokumente an Geschäftspartner zu versenden.
Zudem kann der Dienstleister auch Dokumente von Partnern empfangen und in ein SAP-Format konvertieren. Mithilfe des Dienstleisters wird die Funktionalität des SAP ERP-Systems so erweitert, dass jede Art von EDI-Verkehr mit Kunden und Lieferanten abgewickelt werden kann.

Der EDI-Workflow zwischen einem Unternehmen und dessen EDI-Partnern ist auf folgender Grafik dargestellt:

EDI-Workflow mit EPO Connector und ecosio.MessagingHub

EDI-Workflow mit EPO Connector und ecosio.MessagingHub

Unternehmen können damit sicherstellen, dass sämtliche Prozesse des EDI-Workflows laufend überwacht werden und ein unterbrechungsfreier EDI-Verkehr sichergestellt ist. Außerdem hält der Dienstleister die Systeme stets aktuell, wodurch keine unvorhersehbaren Kosten für Updates anfallen.

Aufgrund der Vielzahl an unterstützten Dateiformaten und Übertragungsprotokollen, können sämtliche EDI-spezifischen Anforderungen erfüllt werden. Gewinnt ein Unternehmen beispielsweise einen neuen Geschäftspartner, der ein neues Dateiformat fordert, kann der Datenaustausch begonnen werden, ohne extra Software-Erweiterungen programmieren zu müssen – der Dienstleister unterstützt alle gängigen Formate und Protokolle.

Zusammen­fassung

Aufgrund des auslaufenden Supports für den SAP Business Connector sollten sich Unternehmen sobald als möglich nach einem passenden Ersatz umsehen. Anstatt wieder eine lokale Konverterlösung anzuschaffen, kann auch ein EDI-Dienstleister beauftragt werden, der sich um die Konvertierung und die Übermittlung von Dokumenten zwischen Firmen und deren Lieferanten und Partnern kümmert. Der große Vorteil dieser Lösung ist, dass Unternehmen keinen ungeplanten Kosten für Updates gegenüberstehen. Außerdem wird garantiert, dass sich das System stets auf dem neuesten technischen Stand befindet und somit fit für die Zukunft ist.

Noch Fragen?

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