Deutsch Deutsch
4 min Lesezeit

Warum ZUGFeRD/Factur-X jetzt auch
in der Schweiz ein Thema ist

Die Verwendung von e-Rechnungen in der Schweiz ist keinesfalls neu – bereits seit über 20 Jahren sind verschiedenste e-Rechnungsstandards in B2C, B2B und B2G in Verwendung. Die Schweiz liegt dabei in der derzeitigen Verbreitung im globalen Vergleich im Mittelfeld. Allerdings hat bis dato ein gemeinsamer Standard für Hybridrechnungen gefehlt.

Das will die Schweiz nun ändern. Seit Beginn 2020 wird von offiziellen Stellen die Verwendung eines hybriden Rechnungsformates auf der Basis des deutsch-französischen ZUGFeRD/Factur-X-Standards empfohlen.

Was bedeutet das konkret?

Hybride e-Rechnungen – für Mensch und Maschine

e-Rechnungen auf hybrider Basis sind leicht zu verstehen. Solche Dokumente können sowohl von Menschen gelesen und archiviert sowie maschinell automatisch verarbeitet werden. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um eine e-Rechnung im PDF-Format, in der strukturierte Rechnungsdaten in Form einer XML-Datei eingebettet sind. Das ermöglicht dem Empfänger:

  • PDFs auszudrucken und als Papierrechnung zu verarbeiten
  • PDF-Belege in vorhandene Workflow-Prozesse zu integrieren
  • XML-Dateien automatisiert zu verarbeiten

ZUGFeRD/Factur-X wurde in einer deutsch-französischen Zusammenarbeit Anfang 2018 als Standard für hybride e-Rechnungen in Deutschland und Frankreich eingeführt und ist international kompatibel einsetzbar. ZUGFeRD 2.0 (der bisherige deutsche Standard) und Factur-X sind dabei technisch ident.

Aktuell wird das PDF/A-3-Format mit einer eingebetteten XML-Datei basierend auf UN/CEFACT Cross Industry Invoice verwendet. Das bietet folgende Vorteile:

  • Geeignet für Langzeitarchivierung (mind. 10 Jahre Aufbewahrungsfrist)
  • EU-Konformität (EN Norm 16931 wird erfüllt)
  • Internationale Kompatibilität
  • Für KMU und große Konzerne gleichermaßen verwendbar
  • ZUGFeRD wird bereits seit 2014 in verschiedenen Branchen eingesetzt

ZUGFeRD/Factur-X-Rechnungen können sowohl direkt als auch über Service-Provider wie ecosio versendet werden. Dieser übernimmt dann die gesicherte elektronische Zustellung der Rechnungsdaten an alle Kunden, sowie die Validierung und etwaige Konvertierung in Empfängerformate. Auf Empfängerseite werden die Rechnungen validiert und geprüft, in das Inhouse-Format konvertiert und archiviert.

ZUGFeRD/Factur-X jetzt auch in der Schweiz

Eine eigens geschaffene Arbeitsgruppe von GS1 Switzerland kam zu dem Schluss, dass mit den oben genannten Vorteilen von ZUGFeRD/Factur-X auch in der Schweiz alle erforderlichen Kriterien für ein gemeinsames hybrides Rechnungsformat erfüllt sind.

Dieser Standard wird nun offiziell empfohlen.

Dabei wird jedoch nicht beabsichtigt, bestehende EDI-Verfahren abzulösen. In der Schweiz ist nach wie vor der EANCOM EDIFCAT-Standard bei Warenwirtschafts- und Betriebskostenrechnungen beliebt. Kann dieser jedoch nicht verwendet werden, soll ZUGFeRD/Factur-X als einfache Alternative und Hybridrechnung angewendet werden, um langfristig Papierrechnungen abzulösen.

Webinar: e-Rechnung und Peppol leicht gemacht

Die Vorteile von ZUGFeRD/Factur-X für Unternehmen

Sowohl für Rechnungssteller (Lieferanten bzw. Leistungserbringer) als auch für Rechnungsempfänger ergeben sich so einige spannende Vorteile. Dabei wird nicht einfach nur an Papier- sowie Portokosten und Bearbeitungsaufwand gespart.

Nutzen für Rechnungssteller:

  • Einsparungen bei den Prozesskosten (kein Druck, Verpacken, Versand von Rechnungen, kein Porto)
  • Quotenerhöhung der automatisierten Zuordnung von Zahlungen an die entsprechenden Rechnungen
  • Zahlungseingang erfolgt aufgrund des effizienten Rechnungsprüfprozesses früher beim Kunden
  • Geringerer Mahn- bzw. Abklärungsaufwand
  • Gesetzeskonforme Rechnungsarchivierung
  • Erhöhte Kundenbindung aufgrund der Prozess- und Systemintegration

In Zahlen kann dies ein Einsparungspotential von CHF 1,50 bis 4,00 pro Rechnung bedeuten.*

Nutzen für Rechnungsempfänger

  • Einsparung bei den Prozesskosten (automatisierte Bestellungszuordnung)
  • Auspacken und Stempeln von Papierrechnungen entfallen
  • Keine manuelle Rechnungserfassung (bzw. Scanning oder OCR) notwendig
  • Rechnungsprüfung, Zahlungsprozesse und Kontierung werden effizienter
  • Reduzierte Liegezeiten
  • Schnellere Verfügbarkeit der Daten
  • Kein physisches Archiv notwendig

Hier sind Einsparungen von CHF 5,00 bis hin zu 50,00 pro Rechnung möglich – je nach der Komplexität der Rechnungskontrollprozesse und der Anzahl an Freigabestufen.*

Weiterführende Informationen finden Sie übrigens auch auf der Website von GS1 Switzerland.

*Quelle: Elektronische Hybridrechnung PDF mit XML. GS1 Switzerland.

Kennen Sie schon unser Online-Validierungstool für XML- und Peppol-Dokumente?

Validieren Sie Ihre Peppol- und XML-Dokumente nach EN 16931 (z. B. XRechnung), EHF, OIOUBL, A-NZ PEPPOL BIS3, CII Cross Industry Invoice, OpenPEPPOL-Formaten, verschiedenen UBL-Typen und vielen weiteren – sofort und kostenlos. Probieren Sie es aus!

Sie möchten mehr erfahren?

ecosio hilft Ihnen gerne bei der erfolgreichen Um- und Einsetzung von ZUGFeRD/Factur-X und unterstützt Sie dabei, alle Vorteile von hybriden e-Rechnungen in Ihrem Unternehmen einzusetzen. Jetzt Kontakt aufnehmen.

Meistgelesen

Weiterlesen

4 min Lesezeit

E-Rechnung in Deutschland: Der umfassende Leitfaden zur E-Rechnungspflicht

E-Rechnung in Deutschland ab 2026: Alles zur E-Rechnungspflicht im B2B. Fristen, Formate (XRechnung, ZUGFeRD) & wie Sie gesetzeskonform bleiben. Jetzt lesen!

6 min Lesezeit

E-Rechnung validieren in Deutschland: So erfüllen Sie die Anforderungen ganz einfach

E-Rechnung kostenlos validieren: Prüfen Sie XRechnung, ZUGFeRD, UBL und CII nach aktuellen deutschen Anforderungen mit ecosio.

10 min Lesezeit

Erfolgreiche Umstellung auf E-Rechnung: Experten-Insights

ecosio Interview: KPMG-Experten erklären, wie Unternehmen E-Invoicing-Projekte strukturieren, Compliance sichern und den richtigen Anbieter auswählen.

7 min Lesezeit

E-Invoicing in Australien: Peppol, PINT A-NZ und Fristen im Überblick

Australien nutzt das Peppol-Netzwerk für E-Invoicing unter Leitung der ATO. Bundesbehörden müssen Peppol-Rechnungen empfangen, B2B ist freiwillig. Dieser Guide erklärt PINT A-NZ, Fristen, Anforderungen und wie Unternehmen sich anbinden.

1 min Lesezeit

E-Invoicing in Neuseeland: Alles, was Unternehmen jetzt wissen müssen

Erfahren Sie, welche Peppol-Anforderungen für E-Invoicing in Neuseeland gelten, welche Fristen wichtig sind und wie Unternehmen die Umsetzung vorbereiten.

1 min Lesezeit

E-Rechnung: Anforderungen an die strategische Nutzung

Erfahren Sie, welche E-Rechnung-Anforderungen erfüllt werden müssen, welche Vorgaben gelten und wie Sie Compliance strategisch und effizient umsetzen.

7 min Lesezeit

E-Invoicing in Spanien: VeriFactu, Crea y Crece und neue Fristen ab 2027

Spanien verschiebt die verpflichtende Nutzung des VeriFactu-Systems auf 2027. Unternehmen müssen sich dennoch frühzeitig auf zertifizierte Rechnungsstellungssysteme (SIF), neue technische Anforderungen und die kommende B2B-E-Invoicing-Pflicht vorbereiten. Dieser Artikel erklärt die...

8 min Lesezeit

E-Rechnung in Kroatien: Fiskalisierung 2.0, Pflichten und Fristen ab 2026

Seit dem 1. Januar 2026 gilt die verpflichtende B2B E-Rechnung in Kroatien mit paralleler Fiskalisierung und E-Reporting. Unternehmen müssen UBL 2.1 gemäß CIUS verwenden, Transaktionen melden und 11 Jahre archivieren....

8 min Lesezeit

E-Rechnung in Serbien: Pflicht, Fristen und E-Transport im Überblick

Serbien erweitert die E-Rechnungspflicht (SEF) um E-Transport (e-Otpremnica), also elektronische Lieferscheine und Empfangsbestätigungen. Hier finden Sie Zeitplan, Pflichten und Umsetzungstipps.

7 min Lesezeit

E-Invoicing-Compliance einfach gestalten – ohne Ihr Geschäft auszubremsen

Vereinfachen Sie die E-Invoicing-Compliance mit skalierbaren Strategien – für weniger Risiko, weniger manuellen Aufwand und revisionssichere Rechnungen im großen Stil.

3 min Lesezeit

E-Invoicing Compliance: So gelingt die internationale Umsetzung

Globale E-Rechnungsanforderungen nehmen rasant zu – erfahren Sie, wie Ihr Unternehmen mit der richtigen E-invoicing Compliance-Strategie rechtssicher und effizient agiert.

3 min Lesezeit

Multinationale E-Rechnung: Sind Sie bereit für die neue Realität der E-Rechnungsstellung?

Die multinationale E-Rechnung ist mehr als nur ein Trend – sie ist eine gesetzliche Pflicht. Erfahren Sie, warum Ihr Unternehmen jetzt handeln muss, um global wettbewerbsfähig und compliant zu bleiben.

1

🇫🇷 Prêt pour la facturation électronique en France ?

Accédez à notre kit de préparation et obtenez :

  • – Une vision claire des obligations à venir
  • – Les clés pour choisir la bonne solution
  • – Des outils pour évaluer votre conformité
  • – Des conseils d’experts concrets