8 min Lesezeit

Peppol Message Responses - eine Anleitung

Peppol Message Response ist ein wesentlicher Bestandteil dessen, was Peppol für moderne Unternehmen so attraktiv macht. Da immer mehr Länder e-Rechnungen einführen, verbreitet sich die Nutzung von Peppol schnell. Während einige Länder die Verwendung unabhängiger nationaler e-Rechnungs-Systeme und -Prozesse vorgeschrieben haben, fördert die Mehrheit der europäischen Länder nun die Verwendung von Peppol auf der einen oder anderen Ebene. Diese Popularität, kombiniert mit der Fähigkeit von Peppol, B2B- und B2G-Transaktionen zu vereinfachen, hat dazu geführt, dass die Kompatibilität von Peppol schnell zu einem Muss für zukunftsorientierte Supply-Chain-Unternehmen wird.

In diesem Artikel untersuchen wir einige der technischen Aspekte von Peppol, nämlich die drei von Peppol unterstützten Arten von Message Responses: Peppol Transport Acknowledgements, Message Level Responses und Business Level Responses. Wir sehen uns jede einzelne davon an, nachdem wir uns mit den Peppol-Grundlagen auseinandergesetzt haben und untersuchen, was die Nachrichtentypen tun, wie sie funktionieren und wie sie sich voneinander unterscheiden:

  • Das Four-Corner-Modell
  • Transport Acknowledgements (Acks)
  • Message Level Responses (MLRs)
  • Business Level Responses (Invoice Responses)

Der Aufbau des Peppol-Netzwerkes

Bevor wir uns mit den drei verschiedenen Arten von Peppol-Meldungsantworten beschäftigen, ist es zunächst wichtig, die zugrunde liegende Netzwerkstruktur hinter Peppol zu verstehen. Diese ist als Four-Corner-Modell bekannt.

Die four corners, also die „vier Ecken“ sind:

  1. der Nachrichtensender,
  2. der Peppol-Access-Point des Nachrichtensenders,
  3. der Peppol-Access-Point des Nachrichtenempfängers
  4. der Nachrichtenempfänger

Diese Anordnung ist grundlegend für den Peppol-Nachrichtenaustausch, da sie zusammen mit den strengen Regeln, welche Standards und Protokolle verwendet werden können, den Nachrichtenaustausch so einfach wie möglich macht. Der einfachste Weg, die Vorteile zu verstehen, ist der Vergleich mit den alternativen Modellen:

Das Two-Corner-Modell

Beim direkten automatisierten Nachrichtenaustausch („Two-Corner““) erfordert jede Verbindung eine zeitaufwändige Einrichtung durch interne IT-Teams oder einen externen Berater. Verbindungen sind nicht für mehrere Partner wiederverwendbar, was bedeutet, dass jeder neue Partner ein komplett neues Setup benötigt.

Two-Corner-Modell
Two-Corner-Modell

Das Three-Corner-Modell

Hier erfolgt das Nachrichtenrouting über den zentralen Hub eines Service-Provider. Dies mag zwar besser sein als ein Two-Corner-Modell, aber es mangelt immer noch an Flexibilität, da sowohl Sender als auch Empfänger denselben Service-Provider haben müssen, wodurch es sich schlecht für große Lieferketten eignet. Außerdem führt dieses Modell typischerweise dazu, dass eines der beiden Unternehmen in einen Vertrag mit dem Service-Provider ihres Partners gezwungen wird.


Three-Corner-Modell
Three-Corner-Modell

Das Four-Corner-Modell

Im Gegensatz dazu erfordert das Four-Corner-Modell von Peppol keine einzelnen Punkt-zu-Punkt-Verbindungen oder dass beide Parteien denselben Service-Provider verwenden.

Sobald die Verbindung zu einem Access-Point hergestellt wurde, reicht die Peppol-Teilnehmer-ID aus, um eine elektronische Nachricht an einen beliebigen Peppol-Partner zu senden (und von anderen mit Peppol verbundenen Unternehmen erreicht zu werden). Die Validierung der Nachricht wird vom Access Point des Absenders durchgeführt, und sowohl der Zugangspunkt des Absenders als auch der des Empfängers können bei Bedarf auf einen Service Metadata Locator (SML) und Service Metadata Publisher (SMP) zugreifen.

Das Peppol Four-Corner-Modell
Das Peppol Four-Corner-Modell

Die Rolle der Peppol Message Responses

Folgendes Diagramm zeigt, wie die verschiedenen Arten der Peppol Message Responses in das Four-Corner-Modell passen. Alle Nachrichten und Bestätigungen werden über die Zugangspunkte des Senders und des Empfängers ausgetauscht. Die gestrichelten Pfeile zeigen an, zu welcher Komponente der Austauschinfrastruktur eine Acknowledgement oder eine Message Response gehört.

Die Rolle der Peppol Message Responses
Die Rolle der Peppol Message Responses

Eine Transport Acknowledgenebt ist die grundlegendste Art der Bestätigung und ist ein integraler Bestandteil des AS4-Protokolls von Peppol. Message Level Responses werden vom Messaging-System des Empfängers erzeugt und sind für das Messaging-System des Senders bestimmt. Eine Business Level Response schließlich ist für die Verarbeitung durch das ERP-System des Absenders bestimmt.

Beginnen wir mit den Transport Acknowledgments:

1) Transport Acknowledgements

Was ist ein Transport Acknowledgement (Ack)?

Eine Transport Acknowledgement ist eine elektronische Quittung, die nach der Übertragung einer strukturierten Nachricht, wie z. B. einer Rechnung, vom empfangenden Access-Point (C3) an den sendenden Access-Point (C2) gesendet wird. Die Acknowledgement (also Bestätigung) benachrichtigt die sendende Partei, wenn die technische Zustellung erfolgreich war und kann relevante Informationen enthalten, z. B. warum die Zustellung einer Nachricht eben nicht erfolgreich war. Wichtig ist jedoch, dass Acknowledgements nichts über die Validierung der Nachricht aussagen oder ob z. B. der Inhalt korrekt war.

In Peppol findet die Kommunikation über das Protokoll AS4 (früher AS2) statt. Quittungen sind ein wesentliches Merkmal in der AS4-Kommunikation, wobei eine Quittung als SignalMessage bezeichnet wird.

Es gibt drei Arten der SignalMessage:

  • SignalMessage/Receipt
  • SignalMessage/Error
  • SignalMessage/PullRequest (nicht im Zusammenhang mit Peppol verwendet)

Was bewirkt eine Peppol Acknowledgement?

Transport Acknowledgements helfen dabei, Datenintegrität und Nichtabstreitbarkeit zu erzwingen. Vereinfacht ausgedrückt verdeutlichen sie, dass eine Nachricht definitiv empfangen wurde und stellen sicher, dass der Empfänger den Empfang dieser Nachricht nicht abstreiten kann.

Dies wiederum hilft, die Partnerkommunikation zu beschleunigen und Transaktionen transparenter zu machen.

Prozessprinzip

Im Wesentlichen funktioniert das so:

  1. Der Absender weist der ausgehenden Nachricht eine eindeutige ID zu (dies geschieht automatisch durch den Access-Point des Absenders)
  2. Sobald die ausgehende Nachricht von Corner Three Access Point empfangen wurde, wird die SignalMessage (Peppol Acknowledgement) zurückgegeben. Diese Nachricht hat ebenfalls eine eindeutige ID und trägt einen Verweis auf die Nachricht, die sie quittiert. Dabei kann eine SignalMessage eine positive oder eine negative Quittung tragen. Positive Quittungen werden mit SignalMessage/Receipt und negative Quittungen mit SignalMessage/Error übermittelt.

2) Message Level Response (MLR)

Der wohl wichtigste Teil des automatisierten Nachrichtenaustauschs ist die Nachrichtenvalidierung – d. h. die Überprüfung einer Nachricht anhand der vereinbarten Spezifikationen (syntaktisch und semantisch).

In Peppol dienen Message Level Responses (MLRs) dazu, den Absender über den Erfolg (oder Misserfolg) der Validierung zu informieren. Hilfreich ist, dass diese Nachrichten im Falle eines Fehlers auch detailliert beschreiben, was schief gelaufen ist, wie z. B. ein spezifischer Syntaxfehler in Bezug auf ein fehlendes schließendes Tag. Es ist wichtig zu beachten, dass MLRs nicht feststellen, ob ein bestimmter Wert im Kontext einer bestimmten Nachricht korrekt ist, sondern lediglich, dass er mit den vereinbarten Spezifikationen übereinstimmt. Eine MLR würde Sie z. B. nicht benachrichtigen, wenn eine Artikelnummer falsch ist, aber sie würde Sie warnen, wenn eine Artikelnummer fehlt (eine vollständige Auflistung der Fehler, auf die eine Message Level Response aufmerksam machen kann, finden Sie hier).

MLRs können dem Absender der ursprünglichen Nachricht drei Dinge mitteilen:

  1. Die Nachricht enthielt Fehler und hat die Validierung nicht bestanden.
  2. Die Nachricht enthielt keine Fehler und hat die Validierung bestanden.
  3. Die Nachricht wurde empfangen, ist aber noch nicht validiert.

Technisch gesehen werden MLRs über UBL Application Response 2.1-Nachrichten zurückgegeben.

3) Business Level Response

Was ist eine Business Level Response (Invoice Response)?

Der letzte Peppol Message Response-Typ ist die Business Level Response und wird verwendet, um den Absender einer Nachricht über den Status oder das Ergebnis der Verarbeitung der Nachricht durch „Corner Four“ zu informieren. Im Fall von Rechnungen wird die Business Level Response als Rechnungsantwortnachricht bezeichnet und könnte z. B. eine Ablehnung enthalten, weil die referenzierte Bestellnummer in der Rechnung ungültig ist.

Im Allgemeinen unterstützt eine Invoice Response Message die folgenden Statuscodes:

  1. AB – grundlegende Nachrichtenquittierung
  2. AP – akzeptiert (accepted)
  3. RE – abgelehnt (rejected)
  4. IP – in Bearbeitung (in progress)
  5. UQ – unter Rückfragefrage (under query)
  6. CA – unter Vorbehalt akzeptiert (conditionally accepted)
  7. PD – bezahlt (paid)

Während Peppol BIS nicht verlangt, dass „Corner Four“ alle diese Codes unterstützt, müssen die ersten drei (AB, AP und RE) mindestens unterstützt werden. Peppol BIS verlangt auch, dass der ursprüngliche Absender (also „Corner One“) diese Antwort innerhalb von drei Arbeitstagen erhalten muss.

Wie eine Business Level Response funktioniert und wie sie aussieht

Wenn eine Rechnung abgelehnt (RE), unter Rückfrage gestellt (UQ) oder bedingt akzeptiert (CA) wird, muss „Corner Four“ Informationen bereitstellen, um „Corner One“ bei der Lösung des Problems zu unterstützen. Die Status Reason und Status Action Codes bieten eine Möglichkeit, dies zu tun. Detaillierte Informationen können auch über ein Freitextfeld hinzugefügt werden, das von Peppol unterstützt wird.

Wie eine Message Level Response, basiert auch eine Business Level Response auf einer UBL Application Response 2.1. Das folgende Snippet zeigt eine beispielhafte Rechnungsantwort.

Beispiel für eine Business Level Response (klicken Sie für eine größere Version)
Beispiel für eine Business Level Response (klicken Sie für eine größere Version)

Sie wollen mehr Informationen?

Wir bei ecosio sind Experten für Peppol und e-Rechnung und waren einer der ersten Peppol Access Points in Europa. Wir haben bereits hunderten von Unternehmen geholfen, effiziente e-Rechnungsprozesse in bestehende Systeme zu integrieren und die Vorteile von Peppol zu erleben.

Für weitere Informationen zu Peppol können Sie sich gerne mit unseren Experten über unseren Chat oder unser Kontaktformular in Verbindung setzen. Wir helfen Ihnen immer gerne weiter!

Haben Sie schon unseren kostenlosen XML/Peppol-Dokumentenvalidator ausprobiert?

Um denjenigen zu helfen, die eine einfache und leichte Möglichkeit zur Validierung von Formaten und Dateitypen benötigen, von CII (Cross-Industry Invoice) bis UBL, haben wir einen kostenlosen Online-Validator erstellt. Um ihn selbst auszuprobieren, klicken Sie einfach hier.

Meistgelesen

Weiterlesen

1 min Lesezeit

ecosio übernimmt die Abwicklung des gesamten EDI-Verkehrs von Migros mit externen Partnern

Migros, das größte Detailhandelsunternehmen der Schweiz, hat sich im Rahmen einer Neuausschreibung zum Thema EDI für die Ausweitung der bisherigen Zusammenarbeit mit ecosio entschieden.

8 min Lesezeit

Peppol Message Responses - eine Anleitung

Peppol Acknowledgements, Message Level Responses und Business Level Responses sind ein wesentlicher Bestandteil dessen, was Peppol für den modernen B2B-Datenaustausch so attraktiv macht. Erfahren Sie hier, wie sie funktionieren.

5 min Lesezeit

Alternativen zum Seeburger PI Adapter

Das Wartungsende des Seeburger PI Adapters ist da. Welche Alternativen gibt es und welche ist die optimale für mein Unternehmen?

7 min Lesezeit

e-Rechnung in Polen

Auch in Polen wird die e-Rechnung ein immer wichtigeres Thema - in diesem Artikel lesen Sie alle wichtigen Informationen für Ihr Unternehmen.

3 min Lesezeit

e-Rechnung in Großbritannien

Den aktuellen Stand und die Anforderungen an die e-Rechnung in Großbritannien zeigen wir Ihnen in diesem Artikel.

5 min Lesezeit

e-Rechnung in Norwegen

Wie ist der aktuelle Stand der e-Rechnung in Norwegen und was muss Ihr Unternehmen dabei beachten? Wir zeigen es Ihnen in diesem Artikel.

6 min Lesezeit

e-Rechnung in den Niederlanden

Die e-Rechnung wird auch in den Niederlanden immer wichtiger. Was das heißt und wie Unternehmen reagieren müssen, lesen Sie hier.

6 min Lesezeit

e-Rechnung in Finnland

Wie es um die e-Rechnung in Finnland steht und was Unternehmen dabei aktuell beachten müssen, lesen Sie in diesem Artikel.

5 min Lesezeit

e-Rechnung in Spanien

Welche Vorschriften gibt es für die e-Rechnung in Spanien? Finden Sie heraus, was erforderlich ist und welche Änderungen in Zukunft zu erwarten sind.

6 min Lesezeit

e-Rechnung in Frankreich

Ist die e-Rechnung in Frankreich Pflicht? Lesen Sie unseren Artikel, wie Sie die aktuellen und bevorstehenden Regelungen in Frankreich erfüllen können.

Wir verwenden Cookies, um ein optimales Website-Erlebnis zu bieten. Sie entscheiden, welche Sie zulassen möchten. Je nach Einstellung stehen Ihnen aber womöglich nicht alle Funktionalitäten zur Verfügung. Datenschutzhinweise & Impressum.