Deutsch Deutsch
6 min Lesezeit

7 Faktoren zur korrekten Auswahl eines Peppol Access Point

Jedes Unternehmen, das Nachrichten über Peppol austauschen möchte, muss dies über einen Peppol Access Point tun. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: a) selbst ein Peppol Access Point werden oder b) einen bereits existierenden Peppol Access Point als Service (angeboten von einem Dienstleister) zu nutzen.

Bevor wir uns genau ansehen, was die Anbindung an Peppol über diese beiden Wege mit sich bringt, ist es wichtig, die Implikationen dieser Entscheidung aus technischer, wirtschaftlicher und Usability-Perspektive zu betrachten.

Daher haben wir sieben wichtige Punkte zusammengestellt, die alle Entscheidungsträger berücksichtigen sollten, bevor sie ihre bevorzugte Access-Point-Strategie wählen:

Die Auswahl eines Peppol Access Point

  1. Implementierung: Ist Ihr Inhouse-Team in der Lage, die notwendige Peppol-Infrastruktur einzurichten? Mit anderen Worten: Haben Sie die technische Expertise (in Bezug auf Software-Engineering) und das Fachwissen über Peppol an sich? Sie werden nicht nur einen Peppol-AP einrichten müssen, sondern in der Regel auch einen SMP (wenn Sie Ihre Peppol-IDs registrieren wollen).
  2. Support & Wartung: Die gesamte Infrastruktur muss nicht nur betrieben, sondern auch gewartet werden. Das bedeutet das Einspielen von Sicherheitsupdates, Software-Patches und neuen Softwareversionen – z. B. von Open-Source-Bibliotheken, die im Rahmen der Implementierung verwendet wurden.

  3. Betrieb: Kann die Peppol-Infrastruktur gemäß den Service Level Agreements (SLAs) von Peppol rund um die Uhr betrieben werden? Peppol erwartet von seinen Access-Point-Mitgliedern, dass sie bestimmte Service-Level-Anforderungen erfüllen. Insbesondere Ihr AS4-Server sollte immer in Betrieb sein, damit Ihre Geschäftspartner nicht in die Situation kommen, Sie nicht erreichen zu können.

  4. Skalierbarkeit: Wollen Sie sich nur auf Peppol konzentrieren oder auch andere Kanäle nutzen (z. B. den Rechnungsversand per E-Mail oder den Versand von Rechnungen in EDIFACT-Form über AS2 etc.)?

  5. ERP-Integration. Wie tief der Peppol Access Point in Ihr ERP-System integriert ist, macht einen wesentlichen Unterschied – insbesondere im Hinblick auf die Sichtbarkeit von gesendeten und empfangenen Dokumenten. Weitere Informationen zur Anbindung an Peppol über eine API finden Sie in unserem Artikel hier.

  6. Geschwindigkeit: Wie schnell muss der Peppol Access Point einsatzbereit sein? Wenn Geschwindigkeit ein Thema ist, ist die Entscheidung, selbst ein Peppol Access Point zu werden, möglicherweise unvorteilhaft, da der Genehmigungsprozess mit OpenPEPPOL sich oft als langwierig erweist.

  7. Gesamtkosten: Denken Sie daran, alle notwendigen Kosten einzuplanen, einschließlich Investitionsausgaben UND Betriebskosten. Insbesondere die Betriebskosten werden oft übersehen – z. B. Wartung und Nachrichten-Monitoring. Wenn Sie selbst Peppol AP werden, ist natürlich auch die OpenPEPPOL-Mitgliedschaft obligatorisch.

Anhand dieser Punkte können wir uns nun ansehen, wie sich die Anbindung an Peppol über die beiden oben kurz angerissen Möglichkeiten tatsächlich gestaltet – im Prinzip ist der Unterschied aber simpel: eine Möglichkeit braucht ganz einfach viel mehr Aufwand und Zeit als die andere.

E-Invoicing-Newsletter

Selbst ein Peppol Access Point werden

Um selbst ein Peppol Access Point zu werden, sind zehn Schritte erforderlich:

  1. Sie werden Mitglied von OpenPEPPOL (siehe deren Website unter “How to Join”).

  2. Sie wählen Ihre bevorzugte Peppol-Authority (in der Regel ist Ihre nationale Peppol-Authority am sinnvollsten) und fordern das entsprechende Transport Infrastructure Agreement (TIA)-Paket an. Die Liste der Peppol-Authorities finden Sie hier.

  3. Sie unterschreiben die Vereinbarung und die Anhänge und senden alles zusammen mit einer Kopie Ihres Handelsregisterauszugs an die von Ihnen gewählte Peppol-Authority zurück.

  4. Sie beantragen ein Access Point-Zertifikat über den Service Desk von Peppol. Diese werden auch als Public Key Infrastructure (PKI)-Zertifikate bezeichnet und enthalten die Schlüsselinformationen zur Validierung der gesamten Kommunikation im Peppol-Netzwerk.

  5. Sie stellen sicher, dass Sie in der Lage sind, die Business Interoperability Specifications (BIS) von Peppol einzuhalten. In Übereinstimmung mit den TIAs muss mindestens einer der standardmäßigen Peppol-BIS-Prozesse implementiert werden.

  6. Sie stellen sicher, dass Sie die Spezifikationen des eDelivery-Netzwerks gelesen und verstanden haben. Insbesondere… a) Die Policy for Use of Identifiers (die erklärt, wie Parteien in Peppol identifiziert werden) …und b) Die Spezifikation für den Service Metadata Publisher (SMP – diese erklärt die Rolle des SMP und des Service Metadata Locator; oder SML). Machen Sie sich auch mit dem offiziellen Peppol AS4-Profil und der offiziellen Peppol Envelope-Spezifikation (SBDH) vertraut.

  7. Sie implementieren Ihren Access Point. Es gibt zwei Möglichkeiten, dies zu tun: a) die Verwendung von Open-Source-Software oder b) die Erstellung einer eigenen Implementierung ohne externe Peppol Software-Bibliotheken.

  8. Sie durchlaufen das Abnahmetestverfahren von OpenPEPPOL. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

  9. Sobald Sie von Ihrer Peppol Authority benachrichtigt wurden, fordern Sie ein Zertifitkat über den Service Desk von Peppol an.

  10. Sie laden Ihr Zertifikat herunter – jetzt sind Sie ein offizieller Peppol Access Point!

Es gibt noch weitere Informationen zu den einzelnen Schritten Wie man ein Peppol Acces Point wird, diese haben wir Ihnen auch verlinkt.

Anbindung an einen bereits existierenden Peppol Access Point

Im Gegensatz dazu, selbst ein Access Point zu werden, ist der Zugang zum Peppol-Netzwerk via Anbindung an einen bereits existierenden Peppol Access Point sehr einfach.

Sie müssen lediglich einen Dienstleister auswählen (die vollständige Liste aller Dienstleister). Dieser stellt eine Verbindung zu Ihrem System her – et voilà: Sie sind in der Lage, strukturierte Nachrichten mit anderen an Peppol angeschlossenen Unternehmen auszutauschen

Bei der Auswahl eines Peppol Access Point ist jedoch zu bedenken, dass nicht alle gleich sind. Im Gegensatz zu ecosio bieten nicht alle Dienstleister einen Fully Managed Service oder eine API-Anbindung an. Daher ist der Nachrichtenaustausch über einige Anbieter deutlich aufwändiger als bei anderen.

Die E-Rechnung in Europa: Ein Überblick mit ecosio

Noch mehr zum Thema: Vorteile der Peppol-Anbindung via API

Die Peppol-Anbindung über eine API bietet Unternehmen wesentliche Vorteile, insbesondere in einem zunehmend regulierten Umfeld für e-Rechnungen im B2G-Sektor. Eine API-Verbindung ermöglicht eine nahtlose Integration des Peppol-Netzwerks in bestehende ERP-Systeme, was eine umfassende Transparenz und Kontrolle über den Nachrichtenaustausch bietet. Die Vorteile einer API-Anbindung umfassen:

  1. End-to-End Nachrichten-Monitoring: Echtzeit-Überwachung der Nachrichten im ERP-System ohne zusätzliche Software.
  2. Zuverlässige Zustellung und Abfrage: Nachrichten können regelmäßig abgefragt oder direkt ins ERP-System gepusht werden.
  3. Volltext-Suche: Direkte Suche nach Nachrichten im ERP-System anhand spezifischer Daten.
  4. Fehlerbeseitigung: Schnelle Identifizierung und Behebung von Problemen durch transparente Datenverarbeitung.

ecosio ist ein Peppol-Access-Point, der eine solche API bietet und dadurch eine effiziente und flexible e-Rechnungsabwicklung ermöglicht.

P.S.: Auf unserer Homepage können Sie kostenlos und schnell XML/Peppol Dokumente validieren

Um denjenigen zu helfen, die eine einfache und leichte Möglichkeit zur Validierung von Formaten und Dateitypen benötigen, von CII (Cross-Industry Invoice) bis UBL, haben wir einen kostenlosen Online-Validator erstellt.

Philipp

Blogautor

Philipp Liegl
CRO
Als Mitgründer von ecosio leitet Philipp SAP-Integrationen und E-Rechnungsprojekte – von der Strategie bis zur Umsetzung. Wenn er nicht gerade technische Projekte begleitet, tritt er als Speaker auf und referiert über verschiedene Themen rund um EDI und E-Rechnungen, sowohl online als auch bei Veranstaltungen.

Mehr über den Autor erfahren

Meistgelesen

Weiterlesen

1 min Lesezeit

E‑Rechnungspflicht 2027 und Meldesystem 2030: Der Countdown läuft

Ab 2027 greift die nächste Stufe der E‑Rechnungspflicht. Ab 2030 soll das Meldesystem folgen. Das sind die wichtigsten Impulse aus Berlin.

1 min Lesezeit

E-Invoicing in Malaysia: Was Unternehmen wissen müssen

Erfahren Sie, wie E-Invoicing in Malaysia über die MyInvois-Plattform des IRBM funktioniert – inklusive wichtiger Fristen und Vorbereitungsschritte

1 min Lesezeit

E-Invoicing in der Slowakei: Mandat, Zeitplan und Compliance-Leitfaden

Verstehen Sie die verpflichtenden B2B- und B2G-E-Invoicing-Regeln der Slowakei, einschließlich Peppol-Anforderungen, SK TDD und Compliance-Vorgaben.

1 min Lesezeit

Ein umfassender Leitfaden zum e‑fapiao-System in China

Erfahren Sie, wie Chinas e‑fapiao-System funktioniert. Verstehen Sie Clearance‑basierte E‑Invoicing-Regeln, Fristen und Auswirkungen auf AR/AP.

1 min Lesezeit

E-Invoicing in Spanien – Ihre Fragen beantwortet: ecosio Insights

Erfahren Sie alles Wichtige zum B2B-E-Invoicing-Mandat in Spanien – von Compliance-Fristen und dem Hybridmodell bis zu wichtigen ERP-Vorbereitungen.

1 min Lesezeit

Häufige Fragen rund um E Invoicing beantwortet

Erhalten Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zur E-Invoicing-Pflicht, von Clearance-Modellen bis zur ERP-Integration. Jetzt unser Video ansehen!

3 min Lesezeit

Ist E-Invoicing erst der Anfang einer Automatisierungswelle?

Erfahren Sie, warum Regierungen E-Invoicing vorantreiben und wie Sie Ihre Compliance für die kommende Supply-Chain-Automatisierung zukunftssicher machen!

1 min Lesezeit

E-Rechnungspflicht 2027: Was nach der Einführung kommt – Deutschlands digitales Meldesystem

Die E-Rechnungspflicht 2027 ist erst der Anfang: Warum ein künftiges Meldesystem E-Rechnung und ViDA jetzt über Ihre Compliance-Strategie entscheiden.

1 min Lesezeit

Echte Rechnungen, echte Daten: Unser Fazit zum E-Invoicing-Pilot in Frankreich

ecosio tauscht im französischen E-Invoicing-Pilotprojekt bereits echte Rechnungen aus. Das sind die wichtigsten Erkenntnisse – und was sie für Ihre Vorbereitung auf den September-Stichtag bedeuten.

1 min Lesezeit

E-Invoicing in Europa: Vom politischen Anspruch zur praktischen Umsetzung

Die E-Invoicing-Pflicht breitet sich in Europa rasch aus. Erfahren Sie, wie die praxistaugliche Umsetzung gelingt, warum Interoperabilität entscheidend ist und wie Sie strukturierte Rechnungsdaten gewinnbringend nutzen.

5 min Lesezeit

E-Rechnung in Deutschland: Der umfassende Leitfaden zur E-Rechnungspflicht

E-Rechnung in Deutschland ab 2026: Alles zur E-Rechnungspflicht im B2B. Fristen, Formate (XRechnung, ZUGFeRD) & wie Sie gesetzeskonform bleiben. Jetzt lesen!

6 min Lesezeit

E-Rechnung validieren in Deutschland: So erfüllen Sie die Anforderungen ganz einfach

E-Rechnung kostenlos validieren: Prüfen Sie XRechnung, ZUGFeRD, UBL und CII nach aktuellen deutschen Anforderungen mit ecosio.

1

Dernière ligne droite avant la facturation électronique en France

Tout pour finaliser votre préparation avant le go-live :

– FAQ : les réponses aux questions clés

– Checklist : les actions prioritaires

– Guide pays : calendrier et obligations

– Livre blanc : bien choisir votre solution

– Replay : les conseils de nos experts