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Leitfaden zur Umsetzung der Daimler-EDI-Anforderungen im Rahmen des Projekts INTOSC

Mit dem Projekt INTOSC (Inbound Transparency and Optimization) führt Daimler neue Prozessschritte in seinen Beschaffungsprozessen ein. Diese neuen Schritte haben Auswirkungen auf die EDI-Prozesse mit Lieferanten und Spediteuren. Im folgenden Beitrag stellen wir die Implikationen des Projekts INTOSC auf die EDI-Prozesse vor und zeigen auf, welche EDI-Anpassungen bei Lieferanten und Spediteuren notwendig sind.

Hinweis: Der folgende Beitrag wurde auf Basis von öffentlich im Internet zugänglichen Informationen erstellt.

Die Supply Chain bei Daimler

Die Supply Chain bei Daimler hat einige beeindruckende Zahlen vorzuweisen. An die 1500 Lieferanten beliefern täglich die einzelnen Daimler-Werke. Das entspricht einem Warenvolumen von mehreren tausend LKWs täglich. Die täglichen Bandbelieferungen von Teilen liegen dabei im zweistelligen Millionen-Bereich. Mehrere zehntausend fertig produzierte Fahrzeuge sind bei Daimler täglich in der Verschiffung zu den Händlern und Distributoren.

Um die Effizienz der Lieferketten weiter zu steigen hat Daimler das Projekt INTOSC (Inbound Transparency and Optimization) ins Leben gerufen.

Bisherige Situation bei Daimler

Die bisherige Situation bei Daimler gestaltet sich wie folgt.

Lieferanten erhalten Bedarfsmeldungen per Lieferabruf zugestellt. Die Bedarfe können sich dabei ändern – entsprechend dem Planungs­charakter eines Lieferabrufs. Der Lieferant beauftragt den Spediteur selbständig.


Daimler-Prozess bisher
Daimler-Prozess bisher

Mit dem physischen Wareneingang bei Daimler besteht Gewissheit über die tatsächliche Lieferung.

INTOSC: Inbound Transparency and Optimization

Im Rahmen des Projekts INTOSC wird der bestehende Prozess, der bisher nur auf Lieferabrufen basiert, erweitert. Zusätzlich zum Lieferabruf gibt es eine neue Belegstufe – den Pick-Up-Sheet (PUS) sowie den Transportauftrag (TA).


Daimler-Prozess im Rahmen des Projekts INTOSC
Daimler-Prozess im Rahmen des Projekts INTOSC

Mit einem Pick-Up-Sheet werden die exakten Bedarfe an den Lieferanten kommuniziert. Die Lieferabrufe bleiben als Prozess bestehen und dienen weiterhin als Vorschau. Der Spediteur wird von Daimler direkt mit Hilfe eines Transportauftrags beauftragt. Dadurch entsteht eine erhöhte Transparenz für alle Prozessbeteiligten und die Transportauslastung kann optimiert werden. Bei Abweichungen kann früher reagiert werden.

Auswirkungen auf die EDI-Prozesse

Entsprechend der neuen Prozess- und Belegstufen ergeben sich auch Auswirkungen auf die EDI-Prozesse. Zusätzlich zum Lieferabruf, welcher in Form von VDA 4905-Nachrichten kommuniziert wird, wird ein Pick-Up-Sheet versendet. Als Dokumentformat für den Pick-Up-Sheet wurde dabei VDA 4913 gewählt. D.h. der Lieferant muss in der Lage sein, eine eingehende VDA 4913-Nachricht zu verarbeiten, in welcher die exakten Bedarfsmengen enthalten sind.


Verwendete Dokumenttypen im Rahmen des Projekts INTOSC
Verwendete Dokumenttypen im Rahmen des Projekts INTOSC

Wird auf Seiten des Lieferanten SAP verwendet, so ist neben der Zuordnung von VDA 4905-Nachrichten zu Lieferplänen auch eine Zuordnung der VDA 4913 Pick-Up-Sheet-Daten zu den Lieferplänen notwendig. Eine VDA 4905-Nachricht wird üblicherweise auf ein DELFOR-IDoc gemappt. Für die VDA 4913 Pick-Up-Sheet Nachricht kann auch der DELFOR-IDoc-Typ genommen werden, jedoch mit der Nachrichtenart DELJIT (Feinabruf).

Der Pick-Up-Sheet enthält Angaben zu:

  • Material
  • Menge
  • Abholtermin
  • Verpackung
  • Pick-Up-Sheet-Nr

Erstellt der Lieferant nun eine Lieferung und versendet ein Lieferavis, so muss die Pick-Up-Sheet-Nummer auch in der ausgehenden VDA 4913-Nachricht enthalten sein. Die Pick-Up-Sheet-Nummer muss daher von der eingehenden VDA 4913-Nachricht entnommen werden und im ERP-System gespeichert werden (zum Beispiel am Lieferplan). Beim Erstellen des ausgehenden VDA 4913-Dokuments muss die Pick-Up-Sheet-Nummer wieder korrekt gesetzt werden.

Bei SAP kann man auch folgende Lösung nehmen. Beim Erstellen des eingehenden DELJITs wird die Pick-Up-Sheet-Nummer als DELJIT-Nummer gesetzt. Diese wird dann automatisch als letzter eingegangener Feinabruf am Lieferplan gespeichert. Beim Erstellen eines Lieferavis wird diese Nummer dann von SAP automatisch in das DELVRY oder DESADV-IDoc gezogen. Nun muss noch eine Anpassung des ausgehenden VDA 4913-Mappings vorgenommen werden, sodass die Pick-Up-Sheet-Nummer auch an der von Daimler geforderten Stelle gesetzt wird.

Auch auf Seiten des Spediteurs sind Anpassungen notwendig. Dieser erhält von Daimler Beauftragungsdaten in Form von VDA 4921 und VDA 4913-Nachrichten. Umgekehrt erwartet Daimler vom Spediteur auch VDA 4921-Nachrichten sowie VDA 4913 VA 30 MOD Nachrichten.

Noch Fragen?

Sie haben noch Fragen rund um die EDI-Umsetzung des Pick-Up-Sheet-Prozesses im Rahmen des Projekts INTOSC bei Daimler? Zögern Sie nicht und nehmen Sie mit uns Kontakt auf oder benutzen Sie unseren Chat — wir helfen Ihnen gerne weiter!

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