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Continuous Transaction Control (CTC) – Die Zukunft der Echtzeit-Steuermeldung

continuous transaction controls - ctct

Die Digitalisierung verändert, wie Unternehmen ihre steuerlichen Pflichten erfüllen – und CTC (Continuous Transaction Control) steht dabei im Zentrum. Es geht um die Echtzeitübermittlung von steuerrelevanten Transaktionsdaten an die Behörden. Das betrifft nicht nur einzelne Prozesse – es verändert das gesamte Zusammenspiel von Rechnungsstellung, IT-Systemen und Compliance.

In diesem Artikel zeigen wir, was CTC bedeutet, welche Chancen und Herausforderungen es mit sich bringt – und wie Unternehmen sich gezielt darauf vorbereiten können.

Was ist CTC?

CTC steht für eine kontinuierliche, digitale Kontrolle von Transaktionen durch die Finanzbehörden. Steuerlich relevante Daten werden dabei nahezu in Echtzeit übermittelt – direkt beim oder sogar vor dem Rechnungsausgang.

Der Unterschied zur klassischen Rechnungsstellung

  • Klassisch: Rechnungen werden erstellt und später gesammelt gemeldet.
  • CTC: Rechnungsdaten gehen direkt und digital an die Behörden – oft bevor sie dem Kunden zugestellt werden.

So funktioniert CTC in der Praxis

  • Nutzung strukturierter E-Rechnungen.
  • Technische Anbindung an Behördenportale oder zentrale Plattformen via API.
  • Automatisierter Austausch und Validierung steuerlich relevanter Informationen.

Warum Unternehmen CTC nicht ignorieren können

Gesetzliche Verpflichtung

Immer mehr Länder setzen CTC um – oft verpflichtend. Die Einhaltung ist keine Option, sondern gesetzliche Pflicht.

Internationale Zeitpläne

  • Italien nutzt CTC seit 2019 flächendeckend.
  • Frankreich, Polen und Spanien folgen mit gestaffelter Einführung.

Unterschiede zwischen B2B und B2C

Während der ursprüngliche Fokus auf B2B-Transaktionen lag, rückt der B2C-Bereich zunehmend in den Fokus. Länder wie Rumänien, Malaysia und Saudi-Arabien verlangen bereits die Meldung von B2C-Transaktionen, Frankreich wird bald nachziehen. In vielen Fällen sind inzwischen sowohl B2B- als auch B2C-Geschäfte im Anwendungsbereich enthalten – Unternehmen müssen sich also auf ein breiteres Spektrum an Compliance-Anforderungen einstellen.

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Vorteile von CTC für Unternehmen

  • Effizienzgewinn durch automatisierte Abläufe.
  • Weniger manueller Aufwand bei der steuerlichen Meldung.
  • Bessere Transparenz für Buchhaltung, Controlling und Revision.
  • Schnellere Steuerabwicklung – weniger Rückfragen durch Behörden.
  • Frühzeitige Compliance schützt vor Sanktionen.

Herausforderungen bei der Einführung

  • Technische Anbindung an neue Systeme und Formate.
  • Datenschutz und IT-Sicherheit müssen gewahrt bleiben.
  • Mitarbeitende müssen neue Prozesse verstehen und umsetzen.

Wie Sie sich auf CTC vorbereiten können

CTC verlangt strategische Vorbereitung – nicht nur technisch, sondern auch organisatorisch. Diese Punkte helfen beim Einstieg:

1. Analyse des Status quo

  • Welche Rechnungsprozesse laufen bereits digital?
  • Welche Systeme sind im Einsatz – ERP, Buchhaltung, Archivierung?
  • Gibt es bereits E-invoicing-Funktionalitäten?

2. Zukünftige Anforderungen verstehen

  • Welche CTC-Vorgaben gelten bald in Ihrem Land?

  • Welche verpflichtenden Daten sind für die Compliance erforderlich?

  • Wie können Sie diese Daten in Ihrem ERP-System aufbereiten?

  • Welche Transaktionen sind betroffen (B2B, B2G, B2C)?

  • Gibt es unterschiedliche Anforderungen je nach Kunde oder Branche?

3. Technische und personelle Lücken erkennen

  • Können Ihre Systeme strukturierte Rechnungen (z. B. XRechnung, ZUGFeRD) verarbeiten?

  • Wie können Sie eine Rechnung aus Ihrem ERP mit den erforderlichen Daten generieren?

  • Welches Format sollte für die Rechnungen verwendet werden?

  • Welche Übertragungsprotokolle müssen eingehalten werden?

  • Verfügt Ihr Team über das Know-how für API-Integration oder die Handhabung neuer Formate?

  • Welche Verfahren zur Fehlerbehandlung müssen implementiert werden, um Fehler schnell zu identifizieren und die Lösungszeit zu verkürzen?

  • Welche compliance-konformen Artefakte (z. B. Gutschriften, Korrekturrechnungen) müssen auf Rechnungen und anderen Dokumenten enthalten sein?

  • Welche Rollen müssen in Zukunft stärker eingebunden werden (z. B. IT, Finanzabteilung)?

4. „Build or Buy?“ abwägen

  • Lohnt sich eine interne Eigenentwicklung?
  • Gibt es Anbieter, die CTC-ready-Lösungen und Integrationen anbieten?
  • Welche Lösung ist langfristig skalierbar und updatesicher?

5. Die richtigen Fragen stellen

  • Wie flexibel muss unsere Lösung bei regulatorischen Änderungen sein?
  • Können internationale Anforderungen abgedeckt werden?
  • Wie lassen sich Sicherheit, Performance und Compliance kombinieren?

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Fazit

CTC ist mehr als eine steuerliche Pflicht – es ist eine Chance. Wer sich frühzeitig vorbereitet, kann nicht nur Risiken vermeiden, sondern auch Abläufe optimieren, Prozesse vereinfachen und Transparenz gewinnen.

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