Deutsch Deutsch
5 min Lesezeit

Inhalte von IDoc-Segmenten und Feldern editieren

🔍 TL;DR – Zusammenfassung
  • Fehlerhafte IDocs entstehen meist durch unvollständige oder fehlerhafte Daten aus dem ERP-System oder von Geschäftspartnern
  • Zur Korrektur bestehender Daten wird die Transaktion BD87 verwendet, bei der das IDoc direkt bearbeitet und kein neues angelegt wird
  • Sollen neue Segmente hinzugefügt werden, erfolgt dies über Transaktion WE19, die automatisch eine Kopie des ursprünglichen IDocs erzeugt
  • Nach der Bearbeitung wechselt das IDoc den Status 69 (32), und die Verarbeitung kann erneut in BD87 gestartet werden

Warum fehlerhafte IDocs auftreten können

Fehlerhafte IDocs sind eine typische Begleiterscheinung eines SAP ERP-Systems. Dabei trifft allerdings das ERP-System an sich keine Schuld, sondern zumeist werden unvollständige Daten von Anwendungsbausteinen erzeugt (bei ausgehenden IDocs) oder unvollständige Daten von Geschäftspartnern gesendet (bei eingehenden IDocs). Eine Übersicht über den aktuellen IDoc-Stand in einem SAP-System gibt unter anderem Transaktion BD87. Übrigens: Wie Sie fehlerhafte IDocs einfach löschen können, lesen Sie in diesem Artikel.


BD87-Transaktion mit IDoc-Übersicht
BD87-Transaktion mit IDoc-Übersicht

© 2020. SAP SE oder ein SAP-Konzernunternehmen. Alle Rechte vorbehalten. Mit Genehmigung der SAP SE verwendet.

In jedem Fall müssen die fehlerhaften IDocs korrigiert werden, sodass eine erneute Verarbeitung angestoßen werden kann. Dabei unterscheiden wir im Folgenden zwischen zwei Arten der Nachbearbeitung, für die jeweils unterschiedliche Vorgehensweisen notwendig bzw. möglich sind.

Im ersten Fall sollen nur bestehende Daten in Segmenten und Feldern korrigiert werden. Hierzu verwenden wir Transaktion BD87. Im zweiten Fall sollen neben der Korrektur von bestehenden Daten auch neue Segmente hinzugefügt werden. Für diesen Zweck ziehen wir Transaktion WE19 heran.

Wichtigster Unterschied: bei Transaktion BD87 wird das existierende IDoc bearbeitet — d.h. es wird keine Kopie angelegt. Bei Transaktion WE19 bleibt das ursprüngliche IDoc unangetastet und es wird automatisch eine Kopie des IDocs erzeugt und die Kopie verarbeitet.

Korrektur von bestehenden Daten

Sollen in einem IDoc nur bestehende Daten editiert werden, aber keine neuen Segmente hinzufügt werden, so kann man direkt über Transaktion BD87 eine Bearbeitung des IDocs anstoßen. Zu diesem Zweck auf den gewünschten IDoc-Typen doppelt klicken.


BD87-Transaktion mit betroffenem IDoc-Typ
BD87-Transaktion mit betroffenem IDoc-Typ

© 2020. SAP SE oder ein SAP-Konzernunternehmen. Alle Rechte vorbehalten. Mit Genehmigung der SAP SE verwendet.

Anschließend öffnet sich eine Übersicht mit den betroffenen IDocs. Hier wiederum auf die gewünschte IDoc-Nummer klicken. In der unten abgebildeten Übersicht ist einfacherweise nur ein IDoc betroffen.


BD87-Transaktion mit IDoc-Übersicht
BD87-Transaktion mit IDoc-Übersicht

Anschließend öffnet sich die IDoc-Detailansicht, welche die internen Details des IDocs preisgibt.


IDoc-Detailansicht
IDoc-Detailansicht

© 2020. SAP SE oder ein SAP-Konzernunternehmen. Alle Rechte vorbehalten. Mit Genehmigung der SAP SE verwendet.

Der Kontrollsatz ganz oben gibt Auskunft über die Details, welche sich in einem IDoc im EDI_DC40-Segment verstecken. Wie man die Beschreibung der einzelnen IDoc-Segmente einsehen kann, haben wir in einem früheren Beitrag vorgestellt.

Unter Datensätze kann man die einzelnen Datensegmente einsehen. Im abgebildeten Lieferabruf-Typ DELFOR ist das ROOT-Segment E1EDK09. Mit einem Klick auf einen Subknoten kann man den Baum weiter aufspannen, sofern dies möglich ist. Vorhandene Subknoten werden durch das Symbol > angezeigt. Im oben abgebildeten IDoc hat beispielsweise das Segment E1EDP10 weitere Subsegmente.

Von besonderem Interesse für die Fehlerbehebung sind die Statussätze eines IDocs, welche ganz unten abgebildet sind. Der letzte und damit aktuellste Zustand eines IDocs wird an oberster Stelle angeführt. Mit einem Klick auf den Statussatz kommt man zur Detailansicht, aus der man die genaue Fehlermeldung entnehmen kann. Sofern ein Fehlerstatus direkt einem Segment zugeordnet werden kann, ist auch das Segment in rot markiert.

Je nach Fehlerstatus sind die Fehlermeldungen mehr oder weniger aussagekräftig. Kommt man anhand der Fehlermeldung nicht auf den Fehler bzw. das fehlerhafte Segment, so hilft es einen SAP-Profi im Unternehmen zu fragen, der den Ablauf der IDoc-Verarbeitung in ABAP debuggen kann.

Hat man das fehlerhafte Segment identifiziert, kann man sich an die Korrektur machen. Mit einem Doppelklick auf das Papiersymbol öffnet sich die Detailansicht eines bestimmten Segments.


IDoc-Detailansicht mit aufgespanntem Subsegment
IDoc-Detailansicht mit aufgespanntem Subsegment

© 2020. SAP SE oder ein SAP-Konzernunternehmen. Alle Rechte vorbehalten. Mit Genehmigung der SAP SE verwendet.

Anschließend kann man über die Menüleiste die Bearbeitung aktivieren.


IDoc-Detailansicht mit Bearbeitungsoption
IDoc-Detailansicht mit Bearbeitungsoption

© 2020. SAP SE oder ein SAP-Konzernunternehmen. Alle Rechte vorbehalten. Mit Genehmigung der SAP SE verwendet.

Die Rückmeldung „Änderungen des IDocs werden auf die Datenbank geschrieben.“ muss bestätigt werden. Anschließend können bestehende Werte editiert und leere Felder befüllt werden.

Durch die Bearbeitung wechselt das IDoc den Status.

Bei eingehenden IDocs wechselt das IDoc zum Status 69 (IDoc wurde editiert). Gleichzeitig wird eine Kopie des ursprünglichen IDocs unter dem Status 70 (Original eines IDocs, welches editiert wurde) gespeichert.

Bei ausgehenden IDocs wechselt das IDoc zum Status 32 (Idoc wurde editiert). Gleichzeitig wird eine Kopie des ursprünglichen IDocs unter dem Satus 33 (Original eines IDocs, welches editiert wurde) gespeichert.

Die Verarbeitung des IDocs im Status 69 bzw. 32 kann anschließend in Transaktion BD87 noch einmal angestoßen werden.

Hinzufügen von neuen Segmenten

Das Hinzufügen von neuen Segmenten kann nicht direkt in der IDoc-Detailansicht erfolgen, sondern hierzu muss Transaktion WE19 verwendet werden.

Noch Fragen?

Sie haben noch Fragen zum Thema IDoc-Verarbeitung oder zum elektronischen Datenaustausch mit einem SAP ERP-System? Zögern Sie nicht und nehmen Sie mit uns Kontakt auf oder benutzen Sie unseren Chat — wir helfen Ihnen gerne weiter!

SAP ERP und SAP S/4HANA sind die Marken oder eingetragenen Marken der SAP SE oder ihrer verbundenen Unternehmen in Deutschland und mehreren anderen Ländern.

Themen
Philipp

Blogautor

Philipp Liegl
CRO
Als Mitgründer von ecosio leitet Philipp SAP-Integrationen und E-Rechnungsprojekte – von der Strategie bis zur Umsetzung. Wenn er nicht gerade technische Projekte begleitet, tritt er als Speaker auf und referiert über verschiedene Themen rund um EDI und E-Rechnungen, sowohl online als auch bei Veranstaltungen.

Mehr über den Autor erfahren

Meistgelesen

Weiterlesen

1 min Lesezeit

B2B-E-Invoicing in Spanien: Was Unternehmen wissen müssen

Spanien verändert die Anforderungen an den Rechnungsaustausch zwischen Unternehmen und die Meldung des Zahlungsstatus. Erfahren Sie, welche Unternehmen betroffen sind, welche Fristen gelten und wie Sie Ihr ERP-System und Ihre...

1 min Lesezeit

E-Invoicing ohne ERP-Integration: Was tun, wenn eine Anbindung vorerst oder auf Dauer nicht möglich ist?

Ihre ERP-Anbindung wird nicht rechtzeitig fertig oder lohnt sich für einzelne Unternehmen nicht? Erfahren Sie, wie E-Invoicing ohne ERP-Integration die Lücke schließt – vorübergehend oder dauerhaft.

1 min Lesezeit

E-Rechnung-Strafe: Was bei Verstößen wirklich droht

E-Rechnung-Strafe: Welches Bußgeld wirklich droht, warum der Vorsteuerabzug teurer wird und welche Fristen gelten. Jetzt Risiken im Überblick prüfen!

1 min Lesezeit

E‑Rechnungspflicht 2027 und Meldesystem 2030: Der Countdown läuft

Ab 2027 greift die nächste Stufe der E‑Rechnungspflicht. Ab 2030 soll das Meldesystem folgen. Das sind die wichtigsten Impulse aus Berlin.

1 min Lesezeit

E-Invoicing in Malaysia: Was Unternehmen wissen müssen

Erfahren Sie, wie E-Invoicing in Malaysia über die MyInvois-Plattform des IRBM funktioniert – inklusive wichtiger Fristen und Vorbereitungsschritte

1 min Lesezeit

E-Invoicing in der Slowakei: Mandat, Zeitplan und Compliance-Leitfaden

Verstehen Sie die verpflichtenden B2B- und B2G-E-Invoicing-Regeln der Slowakei, einschließlich Peppol-Anforderungen, SK TDD und Compliance-Vorgaben.

1 min Lesezeit

Ein umfassender Leitfaden zum e‑fapiao-System in China

Erfahren Sie, wie Chinas e‑fapiao-System funktioniert. Verstehen Sie Clearance‑basierte E‑Invoicing-Regeln, Fristen und Auswirkungen auf AR/AP.

1 min Lesezeit

Gemeinsam mehr erreichen: der erste ecosio Partner Day 2026

Beim ersten ecosio Partner Day 2026 in Frankfurt standen E-Invoicing, EDI und neue Chancen für gemeinsame Kunden im Mittelpunkt. Partner und Experten von ecosio diskutierten aktuelle Entwicklungen, teilten Erfahrungen und...

1 min Lesezeit

E-Invoicing in Spanien – Ihre Fragen beantwortet: ecosio Insights

Erfahren Sie alles Wichtige zum B2B-E-Invoicing-Mandat in Spanien – von Compliance-Fristen und dem Hybridmodell bis zu wichtigen ERP-Vorbereitungen.

1 min Lesezeit

Häufige Fragen rund um E Invoicing beantwortet

Erhalten Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zur E-Invoicing-Pflicht, von Clearance-Modellen bis zur ERP-Integration. Jetzt unser Video ansehen!

3 min Lesezeit

Ist E-Invoicing erst der Anfang einer Automatisierungswelle?

Erfahren Sie, warum Regierungen E-Invoicing vorantreiben und wie Sie Ihre Compliance für die kommende Supply-Chain-Automatisierung zukunftssicher machen!

7 min Lesezeit

Die Evolution von EDI. Vom internen Effizienztreiber zum gesetzlichen Zwang: EDI wandelt sich so schnell wie nie zuvor.

Vom Effizienztreiber zum Gesetz: Wie staatliche Mandate & KI die Zukunft von EDI verändern. Paul Wandl (ecosio) im Interview. Jetzt ansehen!

1

Dernière ligne droite avant la facturation électronique en France

Tout pour finaliser votre préparation avant le go-live :

– FAQ : les réponses aux questions clés

– Checklist : les actions prioritaires

– Guide pays : calendrier et obligations

– Livre blanc : bien choisir votre solution

– Replay : les conseils de nos experts