Kroatien führt mit der Fiskalisierung 2.0 eine der komplexesten E-Rechnungsregelungen Europas ein. Ab dem 1. Januar 2026 ist die inländische B2B-E-Rechnung (E-Invoicing) für umsatzsteuerlich registrierte Unternehmen verpflichtend. Neben dem strukturierten Rechnungsaustausch gelten zusätzliche Pflichten zur Fiskalisierung (Echtzeitmeldung) sowie zum monatlichen E-Reporting.
Unternehmen müssen strukturierte Rechnungen im Format UBL 2.1 gemäß kroatischer CIUS austauschen, sie über autorisierte Intermediäre oder gesicherte Access Points versenden und parallel Transaktionsdaten an die Porezna uprava (kroatische Steuerbehörde) melden. Dieser Leitfaden zeigt:
- welche Anforderungen ab 2026 gelten
- wie die drei parallelen Compliance-Prozesse zusammenspielen
- welche Risiken bei Nicht-Compliance entstehen
- welche Umsetzungsoptionen Unternehmen haben
TL;DR – Das Wichtigste zur E-Rechnung in Kroatien
- Ab 1. Januar 2026: verpflichtende inländische B2B-E-Rechnung für umsatzsteuerlich registrierte Unternehmen
- Format: UBL 2.1 gemäß kroatischer CIUS
- Drei parallele Prozesse:
- Rechnungsaustausch
- Fiskalisierung in Echtzeit
- Monatliches E-Reporting
- Archivierungspflicht: 11 Jahre
- Ab 1. Januar 2027: Ausweitung auf nicht umsatzsteuerlich registrierte Steuerpflichtige
- B2C bleibt außerhalb der E-Rechnungspflicht, unterliegt jedoch weiterhin der Fiskalisierung
- Grenzüberschreitende Rechnungen sind aktuell ausgenommen
Das kroatische Modell ist kein klassisches Clearance-System. Es handelt sich um ein paralleles Multi-Flow-Modell, bei dem Rechnungsaustausch, Echtzeit-Fiskalisierung und periodisches Reporting nebeneinander bestehen. Dadurch entsteht eine erhöhte operative Komplexität für Finance- und IT-Teams.
Überblick: Wie funktioniert die E-Rechnung in Kroatien?
Kroatien implementiert ein dezentralisiertes Modell, das den strukturierten Rechnungsaustausch zwischen Geschäftspartnern mit einer separaten Fiskalisierung und zusätzlichen monatlichen Meldepflichten kombiniert.
Im Rahmen der Fiskalisierung 2.0 wird die verpflichtende B2B-E-Rechnung eingeführt, ergänzt um eigenständige Fiskalisierungs- und E-Reporting-Prozesse. Das System wird von der Porezna uprava (kroatische Steuerbehörde) reguliert und basiert auf drei getrennten, technisch jedoch miteinander verbundenen Abläufen:
1. Rechnungsaustausch
- Strukturierte Rechnungen im UBL-2.1-Format
- Validierung gemäß kroatischer CIUS
- Übermittlung via AS4-Protokoll
- Versand über autorisierte Informationsintermediäre oder sichere Access Points
2. Fiskalisierung (Echtzeitmeldung)
- Echtzeitmeldung sowohl ausgehender als auch eingehender Rechnungen an die Porezna uprava
- Digitale Signatur verpflichtend
- Das verwendete Zertifikat muss die OIB der autorisierten Person enthalten
- Der Fiskalisierungsprozess ist technisch vom eigentlichen Rechnungsaustausch getrennt
3. Monatliches E-Reporting
- Empfänger melden abgelehnte E-Rechnungen
- Aussteller melden:
- Zahlungsbestätigungen
- Fälle, in denen eine E-Rechnung nicht elektronisch ausgestellt werden konnte
- Frist: bis zum 20. Tag des Folgemonats
Für B2G-Transaktionen, die seit dem 1. Januar 2019 verpflichtend sind, bleibt die zentrale Plattform Servis e-Račun za državu (betrieben von Fina) bestehen. Ab dem 1. Januar 2026 gelten zusätzlich Fiskalisierungspflichten.
Dieses mehrschichtige Modell erhöht die operative Komplexität erheblich. Unternehmen müssen parallel Rechnungen validieren und übertragen, digitale Signaturen anwenden, Fiskalisierungsprozesse in Echtzeit steuern und Reporting-Fristen einhalten, während ERP-Stabilität, Compliance und Liquiditätssicherheit gewährleistet bleiben müssen.
Der Weg zur E-Rechnung in Kroatien: Die wichtigsten Meilensteine
Kroatien hat in den vergangenen Jahren schrittweise eine umfassende Infrastruktur für elektronische Rechnungen und Fiskalisierung aufgebaut.

Meilensteine der E-Rechnung in Kroatien
Die etappenweise Einführung zeigt einen klar strukturierten Ansatz zur digitalen Transformation des Steuerwesens. Unternehmen erhalten Zeit zur Anpassung, während gleichzeitig eine belastbare Compliance-Infrastruktur entsteht, die sich an EU-Vorgaben und der ViDA-Initiative orientiert.
Welche Pflichten gelten ab 1. Januar 2026?
Für umsatzsteuerlich registrierte Unternehmen (B2B/B2G)
Unternehmen müssen:
- Rechnungen im Format UBL 2.1 gemäß kroatischer CIUS erzeugen
- Rechnungen über autorisierte Intermediäre oder Access Points austauschen
- Fiskalisierungsmeldungen digital signiert übermitteln
- monatliche E-Reporting-Meldungen einreichen
- Rechnungen und Bestätigungen 11 Jahre archivieren
Für öffentliche Stellen (B2G-Empfänger)
Öffentliche Stellen müssen:
- strukturierte E-Rechnungen annehmen
- eingehende Rechnungen innerhalb von fünf Werktagen fiskalisieren
- E-Reporting-Daten fristgerecht melden
- Archivierungssysteme compliance-konform betreiben
Sonderfälle und Ausnahmen
| Bereich | Regelung |
|---|---|
| B2C | Keine E-Rechnungspflicht, jedoch weiterhin verpflichtende Fiskalisierung |
| Grenzüberschreitende Transaktionen | Aktuell nicht vom Mandat erfasst |
| Self-Billing | Der Käufer stellt die Rechnung aus; Fiskalisierung innerhalb von fünf Werktagen erforderlich |
Risiken bei Nicht-Compliance
Wer die kroatischen Anforderungen an E-Rechnung, Fiskalisierung und E-Reporting nicht erfüllt, riskiert Verzögerungen im Zahlungsfluss, zusätzliche Kosten und erhöhte Prüfungsintensität.
1. Zahlungs- und Liquiditätsrisiken
- Rechnungsablehnung durch Empfänger
- Längere Zahlungs- und Forderungslaufzeiten
- Manuelle Nachbearbeitung im Finance-Team
2. Steuerliche Sanktionen
- Falsches Rechnungsformat
- Verspätete oder fehlende Fiskalisierung
- Versäumtes E-Reporting (Frist: 20. des Folgemonats)
- Verletzung der 11-jährigen Archivierungspflicht
3. Audit- und Reputationsrisiken
- Häufigere Steuerprüfungen
- Transaktionsbezogene Detailprüfungen
- Lizenzrisiken in schweren Fällen
- Reputationsschäden bei Geschäftspartnern
4. Operative Störungen
- Ad-hoc-Korrekturen und Notfallmaßnahmen
- Systemausfälle und Prozessunterbrechungen
- Hohe Ressourcenbindung im „Feuerwehrmodus“
Hinweis:
Bei hohem Rechnungsvolumen können sich finanzielle und operative Auswirkungen schnell summieren, insbesondere wenn mehrere Prozesse wie Rechnungsaustausch, Fiskalisierung und E-Reporting parallel betroffen sind.
Wie erreichen Unternehmen Compliance in Kroatien?
Unternehmen, die mit E-Rechnungsmandaten konfrontiert sind, verfolgen häufig zwei Ansätze, die sich in der Praxis als wenig tragfähig erweisen:
- Eigenständige Softwarelösung (DIY-Ansatz)
Es werden Plattformen eingekauft, doch IT- und Tax-Teams werden zu Regulierungsrecherchen und Systemwartung verpflichtet, anstatt sich auf ihre eigentlichen Aufgaben zu konzentrieren. - Regionaler Flickenteppich
Anbieter A für Italien, Anbieter B für Frankreich, Anbieter C für Kroatien. Das Ergebnis: fünf bis sechs Dienstleister, eingeschränkte Transparenz, hohe Integrationskomplexität und kein klarer Verantwortlicher, wenn Probleme auftreten.
Unternehmen stehen daher vor einer strategischen Entscheidung: Entweder sie entwickeln und betreiben eine eigene Lösung vollständig intern, oder sie arbeiten mit einem vollständig gemanagten E-Rechnungsanbieter wie ecosio zusammen.
Ihre zwei Umsetzungsoptionen im Vergleich
Ihre zwei Umsetzungsoptionen im Vergleich
| Kategorie | Inhouse-Lösung | Fully Managed Lösung |
|---|---|---|
| Technischer Aufwand | • Entwicklung der UBL-2.1-CIUS-Logik • Integration mit Steuerbehörde und Access Points • Eigene Fiskalisierungs-Workflows • Aufbau von E-Reporting und Archivierung |
• Vorgefertigte ERP-Integrationen • Automatische Format-Validierung • Zertifizierter Informationsintermediär • Automatisierte Fiskalisierung und E-Reporting |
| Zeithorizont | 6–12 Monate plus laufende Wartung | Wochen statt Monate |
| Vorteile | • Volle Kontrolle über Prozesse und Daten • Hohe Individualisierbarkeit • Keine externen Servicegebühren |
• Schnelle Implementierung • Planbare laufende Kosten • Reduzierter interner Ressourcenbedarf • Einfache Skalierbarkeit auf weitere Länder |
| Herausforderungen | • Hohe Anfangsinvestitionen • Regulatorisches Risiko liegt intern • Laufender Wartungsaufwand |
• Geteiltes Verantwortungsmodell • Geringere Flexibilität bei sehr individuellen Sonderfällen |
Warum die meisten Unternehmen auf Managed Compliance setzen
Die überwiegende Mehrheit der Unternehmen entscheidet sich insbesondere bei engen Umsetzungsfristen für extern gemanagte Lösungen. Die Kombination aus hoher regulatorischer Komplexität, parallelen Compliance-Prozessen wie Rechnungsaustausch und Fiskalisierung sowie der erforderlichen Zertifizierung als Informationsintermediär macht externe Partnerschaften zur pragmatischen Wahl.
Wie ecosio eine reibungslose Compliance in Kroatien ermöglicht
ecosio ist stolz darauf, offiziell von der Porezna uprava als Informationsintermediär für das kroatische E-Rechnungssystem zertifiziert zu sein. Wir bieten eine gemanagte Compliance-Operations-Plattform, die Automatisierungssoftware mit fachlicher Überwachung, laufender Wartung und strukturiertem Incident-Management über zahlreiche Jurisdiktionen hinweg kombiniert. So übernehmen wir den vollständigen Compliance-Prozess für Sie, während Sie sich auf Ihre Kernaufgaben konzentrieren.
Warum ecosio für die E-Rechnung in Kroatien?
Zertifizierter Informationsintermediär
Wir sind berechtigt, E-Rechnungen in Ihrem Namen auszutauschen und stellen sicher, dass Ihre Transaktionen von Beginn an alle technischen und rechtlichen Anforderungen erfüllen.
Management beider Prozesse
Wir übernehmen sowohl den E-Rechnungsaustausch über AS4-Protokolle und gesicherte Access Points als auch die separaten Fiskalisierungsprozesse mit der Porezna uprava, einschließlich der Anwendung digitaler Signaturen mit OIB-gebundenen Zertifikaten.
Automatische Format-Compliance
Ihre ERP-Daten werden automatisch validiert und in UBL-2.1-XML gemäß kroatischer CIUS konvertiert. So vermeiden Sie Ablehnungen und stellen eine saubere Fiskalisierung sicher.
Übermittlung des E-Reportings
ecosio übermittelt E-Reporting-Meldungen automatisch auf Basis der von Ihnen bereitgestellten Zahlungs- oder Ablehnungsinformationen. Dadurch wird die Einhaltung der Frist zum 20. des Folgemonats sichergestellt.
Multi-Country-Plattform
Wenn Sie europaweit oder global tätig sind, profitieren Sie von einer zentralen Compliance-Operations-Plattform für mehr als 40 Länder. Das reduziert die Anzahl externer Anbieter und minimiert Integrationskomplexität.
Tiefe ERP-Integration
Produktionsreife Integrationsmuster für SAP®, Microsoft Dynamics, Oracle und weitere führende ERP-Systeme reduzieren internen Entwicklungsaufwand und beschleunigen den Go-live.
Proaktive regulatorische Updates
Unsere Compliance-Experten überwachen die kroatische Gesetzgebung kontinuierlich und implementieren Systemanpassungen frühzeitig, sodass Sie jederzeit auf dem aktuellen Stand bleiben.
Bewährte Zuverlässigkeit
Unsere hochverfügbare Infrastruktur mit integrierter Redundanz gewährleistet einen stabilen Betrieb Ihrer E-Rechnungsprozesse. ecosio verzeichnet seit 2012 keine Ausfallzeiten. Unsere Kunden berichten zudem von minimalem operativem Aufwand nach dem Go-live.
Kroatien ist live – sind Sie compliant?
Seit dem 1. Januar 2026 gilt die verpflichtende B2B-E-Rechnung in Kroatien für umsatzsteuerlich registrierte Unternehmen. Wenn Ihre Prozesse noch manuell, fragmentiert oder nicht vollständig integriert sind, steigt das Risiko von Ablehnungen, Verzögerungen und Compliance-Verstößen. Kroatien ist eines von über 40 Ländern mit E-Rechnungsmandaten. Wer Compliance als strategische Infrastruktur aufsetzt statt als kurzfristiges IT-Projekt, reduziert Komplexität dauerhaft und schafft eine skalierbare Grundlage für weitere Länder.
Mit ecosio profitieren Sie von:
- zertifiziertem Informationsintermediär-Status
- vollständigem Management von Rechnungsaustausch und Fiskalisierung
- integrierter Multi-Country-Compliance-Plattform
- tiefer ERP-Integration
- minimaler interner Ressourcenbindung
Ob Sie Kroatien stabilisieren oder als Teil eines europäischen Roll-outs weiterdenken: Wir unterstützen Sie bei einer sicheren, skalierbaren und zukunftsfähigen Umsetzung.
Ihre nächsten Schritte
- Status prüfen: Sprechen Sie mit unseren E-Rechnungsexperten und analysieren Sie, ob Ihre aktuelle Lösung regulatorisch und operativ belastbar ist.
- Regulatorisch informiert bleiben: Abonnieren Sie unseren Newsletter zu E-Rechnungsentwicklungen in Europa und erhalten Sie regelmäßige Updates und Compliance-Einordnungen.
Rechtlicher Hinweis
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine steuerliche, rechtliche oder fachliche Beratung dar. Trotz sorgfältiger Recherche ersetzen die Inhalte keine individuelle Beratung durch einen Rechtsanwalt oder eine Steuerberatung. Angaben zu Fristen, Standards und zur Rechtslage im Bereich E-Rechnung können sich jederzeit ändern. ecosio übernimmt keine Haftung für Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der bereitgestellten Informationen.