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Was bedeutet Corona für EDI
und die e-Rechnung?

Die internationalen Geschehnisse rund um Covid-19 zeigen nun auch erste Auswirkungen in der Welt des elektronischen Datenaustausches. Insbesondere bei den Umsetzungen von Regulierungen zur e-Rechnung gibt es wegen Corona Neuigkeiten. Gesetzesvorgaben werden in einigen Ländern wie Ungarn aufgrund der Corona-Krise zeitlich verschoben, andere wiederum arbeiten weiter mit Hochdruck an der Umsetzung von EN 16931 und anderen Regulierungen weltweit.

Dieser Artikel soll zur aktuellen Lage aufklären, die Auswirkungen von Covid-19 auf EDI sowie die e-Rechnung konkret aufzeigen und als Übersicht internationaler Regelungen dienen. Übrigens: Warum EDI ein wichtiger Kernprozess des Business Continuity Management ist, lesen Sie in diesem Artikel.

Hat der wirtschaftliche Einbruch verschiedener Branchen gepaart mit einem Investitionsstopp direkte Auswirkungen auf den elektronischen Datenaustausch?

Nein, keine langfristigen. Zwar werden beispielsweise Anlage- oder ähnliche Investitionen in vielen Firmen gerade nach hinten verschoben bzw. sinkt die Anzahl von EDI-Nachrichten durch den Rückgang von Beschaffung und Vertrieb. Der Trend hin zu elektronischem und automatisiertem Nachrichtenaustausch ist jedoch ein „organischer Shift“ und kein kurzfristiger Hype. Die Vorteile in Effizienz und Kostenstruktur sind sowohl privaten als auch öffentlichen Institutionen bewusst und sind, in und ohne Krisenzeiten, umsetzbar.

Welche Vorteile bietet EDI und e-Rechnung derzeit besonders, wo muss man mit Einschränkungen rechnen?

Grundsätzlich hilft EDI, Optimierungspotenziale entlang des Einkaufs, des Verkaufs und der Produktion in der Lieferkette zu aktiveren. Kundenaufträge können schneller bearbeitet werden, da Daten automatisch in das Zielsystem übernommen werden können. Medienbrüche entfallen, es kommt zu keinen Kommunikationsschwierigkeiten und den damit verbundenen Zeit- und Kostenaufwänden. Bei angeordneter Heimquarantäne können IT-Teams und Mitarbeiter in der Supply-Chain auch durch Remote-Zugriffe die EDI-Nachrichtenprozesse überwachen und gewünschte Informationen extrahieren. Dies ist jedoch nur bei Cloud-basierten EDI-Services möglich. Lokale Lösungen können hier aufgrund von Betretungsverboten derzeit ein Problem darstellen. 

Wie kann die e-Rechnung meinem Unternehmen bei zu hohen Zahlungsfristen helfen?

Unternehmen können, um ihre Liquidität kurzfristig sicherzustellen, Forderungen an ihre Kunden für Lieferungen an Intermediäre verkaufen (sogenanntes Factoring). Dabei wird jedoch oft eine elektronische Rechnungslegung vorausgesetzt. Sind Unternehmen dazu nicht in der Lage, fällt diese derzeit wichtige Finanzierungsoption weg.

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Welchen Einfluss hat die Corona-Krise auf die Umsetzung der EN 16931? Werden Länder ihre geplanten Gesetze zur e-Rechnung trotz Corona umsetzen?

Eher ja. Gerade XRechnung in Deutschland befindet sich gerade auf Hochdruck in der gesetzlichen Finalisierung. Viele Länder haben bereits konkrete Zeitpunkte und Gesetze vorgelegt, andere sind mitten in den letzten Entwürfen (Details zu den einzelnen Bundesländern lesen Sie hier). Andere Länder haben die verpflichtende B2G e-Rechnungslegung um ein paar Wochen bis Monate verschoben. Dass Gesetze ganz ausgesetzt werden, ist jedoch äußerst unwahrscheinlich.

Übrigens: rund um die e-Rechnung gibt es eine Reihe an interessanten Quellen und Links von nichtkommerziellen Institutionen und Verbänden, in denen auch ecosio publiziert. In diesem Artikel haben wir eine Übersicht für Sie zusammengestellt.

Was tut sich konkret?

Bei welchen Ländern gibt es Aufschub wegen Corona, Änderungen und sonstige neue Ambitionen bei der e-Rechnung?

Ungarn

Die verpflichtende Verwendung von Version 2.0 des XML Schemas des ungarischen Online-Rechnungssystems mit 01.04.2020 wurde effektiv verschoben auf den 01.07.2020 (Online Számla Ungarn).

Portugal

Die verpflichtende e-Rechnung im B2G-Sektor für KMUs wird für große Unternehmen auf 01.01.2021, für KMUs auf 01.07.2021 und für Kleinstunternehmen auf den 01.01.2022 verschoben (Erklärung der portugiesischen Regierung).

Griechenland

Das MyDATA-Gesetz zur e-Rechnung wurde in den Juni 2020 verschoben (SOVOS).

Frankreich

In Frankreich ist das B2G-Gesetz für die elektronische Rechnungsstellung für alle föderalen Ebenen bereits in Kraft. Ein entsprechendes Pendant für den B2B-Sektor für 2023 wird bereits vorbereitet, mit ersten Details dazu ist im September 2020 zu rechnen (VATupdate).

Italien

Die italienische Steuerbehörde hat ein Gesetz veröffentlicht, das neue Spezifikationen für die elektronische Rechnungsstellung mit der zu verwendenden SDI-Schnittstelle (Sistema de Interscambio) festlegt. Diese neuen Anforderungen werden die aktuellen ab 1. Oktober 2020 ersetzen. Die aktuelle Version kann nun bis zum 31. November 2020 verwendet werden (Agenzia delle Entrate).

Polen

Nach dem Gesetz zur elektronischen Steuer-Berichterstattung (Juli 2020) plant Polen den nächsten Schritt. Im Jahr 2022 soll ein zentrales e-Rechnungssystem zum Austausch von Rechnungen in B2G und B2B eingeführt werden (Finanzministerium Polen).

Vietnam

Die gesetzliche Verpflichtung zur e-Rechnung wird von 01.11.2020 auf den 01.07.2022 verschoben (Avalara).

Anmerkung: Aufgrund der aktuellen Lage sind weitere, kurzfristige Änderungen der einzelnen Behörden und Gesetze leider nicht auszuschließen. Wenn Sie konkrete Fragen zu e-Rechnung und EDI haben, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren! 

Unser Blog bietet Ihnen viele weitere detallierte Artikel im Bereich der e-Rechnung, beispielsweise über den Umsetzungsstand der XRechnung in Deutschland oder der e-Rechnung in Belgien.

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