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Die verpflichtende elektronische B2B-Rechnungsstellung in Frankreich kommt – alle Fakten und Deadlines

Seit 15. September 2021 steht gemäß publizierter Verordnung fest, dass Frankreich Continous-Transactions-Controls (CTC) mit 2023 verpflichtend einführen wird – dahingehend wird die e-Rechnung nun auch für B2B-Transaktionen im Inland verpflichtend. In diesem Artikel bieten wir Ihnen damit verbunden alle neuen Fakten, Deadlines und Details zum Thema elektronische B2B-Rechnung in Frankreich – wenn Sie einen generellen Überblick über die e-Rechnung in Frankreich in Bezug auf B2G und B2B möchten, empfehlen wir Ihnen auch diesen Artikel.

B2B-Rechnung in Frankreich – alle bevorstehenden Änderungen

Frankreich wird Continous-Transactions-Controls in Form eines e-Rechnungs-Clearings mit 2023 verpflichtend einführen. Dies wurde nun (nachdem im Oktober 2020 bereits ein entsprechender Report publiziert wurde und mit “Mission Facturation Électronique” (MFE) sogar ein spezieller Dienst eingerichtet wurde) am 15. September 2021 gemäß Verordnung bestätigt.

Dahingehend wird die e-Rechnung für B2B-Transaktionen im Inland verpflichtend. Dazu wurde die L’Agence pour l’Informatique Financière de l’Etat (kurz: AIFE) als Behörde mit nationaler Zuständigkeit für die elektronische Rechnungsstellung eingerichtet. 

Wer ist davon betroffen? 

Bereits seit einigen Jahren müssen alle französischen Unternehmen, die eine öffentliche Einrichtung beliefern (also B2G), strukturierte elektronische Rechnungen über das nationale Rechnungsportal Chorus Pro versenden (mehr dazu lesen Sie hier).

Mit Start 2024 (siehe Zeitplan unten) wird nun auch bei allen inländischen B2B-Transaktionen die e-Rechnung verpflichtend – d. h. alle französischen Firmen, die in Frankreich mit anderen französischen Firmen B2B-Transaktionen abwickeln, sind von dieser Regelung betroffen (für grenzüberschreitende B2B-Transaktionen sowie B2C-Transaktionen gilt ein verpflichtendes e-Reporting). 

Welche Deadlines haben betroffene Unternehmen einzuhalten?

Der aktuell gültige Zeitplan zur Einhaltung der neuen Regelungen zur B2B-Rechnung sieht folgendermaßen aus:

  • 1. Januar 2024: Frist für alle Unternehmen (Erhalt von e-Rechnungen) bzw. Einhaltungsfrist für große Unternehmen (Ausstellung von e- Rechnungen)
  • 1. Januar 2025: Einhaltungsfrist für mittlere Unternehmen (Ausstellung von e- Rechnungen)
  • 1. Januar 2026: Frist für die kleinsten Unternehmen (Ausstellung von e-Rechnungen)

Welche Standards werden verwendet und wie erfolgt die Zustellung?

Fest stehen bereits folgende Grundsätze:

  • Die Zustellung erfolgt über einen “Y-Ansatz” (siehe unten)
  • Frankreich stellt ein Registrierungssystem für elektronische Partner-Plattformen zur Gewährleistung eines sicheren Austauschs zur Verfügung
  • Frankreich bietet eine staatlich-öffentliche Plattform, die ein Mindestangebot an Diensten für den Austausch von e-Rechnungen bietet und als Drehscheibe für die elektronische Rechnungsstellung und die elektronische Übermittlung von Daten an die Verwaltung agiert
  • Zusätzlich können Unternehmen sich dazu entscheiden, eigene Dienstleister (wie ecosio) mit der Verwaltung der e-Rechnung zu beauftragen – diese kümmern sich dann vollumfänglich um alle e-Rechnungs-Anforderungen
  • EN16931 CIUS wird als technisches Format gefordert

Sehr interessant ist dabei natürlich die Wahl eines Y-Ansatzes, der Unternehmen in Frankreich in Bezug auf die elektronische B2B-Rechnung einige Möglichkeiten offen lässt und wichtige Vorteile bietet:

Der “Y-Ansatz” für die B2B-Rechnung in Frankreich

Damit unterschiedliche Szenarien in Bezug auf die Bedürfnisse von Lieferanten und Käufern abgedeckt werden können, wurde ein sog. “Y-Ansatz” für die B2B-Rechnung kreiert. So können folgende Szenarien abgedeckt werden:

  • Sowohl Lieferant als auch Käufer nutzen die öffentliche Plattform
  • Eine der Parteien nutzt eine private (zertifizierte/registrierte) Plattform (also einen eigenen Dienstleister wie bspw. ecosio), die die Übertragung an die öffentliche Plattform übernimmt, die andere Partei nutzt wieder direkt die öffentliche Plattform
  • Beide Parteien nutzen private Plattformen

Nach dem Y-Ansatz können Rechnungen also auch über private Plattformen ausgetauscht werden, die für die Extraktion und Übermittlung der Daten an die öffentliche Plattform zuständig sind. Die öffentliche Plattform übermittelt die Daten dann an die Steuerbehörden.

Das bietet folgende Vorteile:

  • Freie Wahl des e-Rechnungs-Dienstleisters
  • Fortführung etablierter Strukturen für bestimmte Sektoren (z. B. können die Automobilindustrie und der Einzelhandel ihre bestehenden Systeme weiter nutzen)
  • Autonomie im Falle eines Ausfalles
  • Flexibilität je nach Art des Unternehmens
  • Ergänzende Dienstleistungen privater Plattformen können genutzt werden

Was ist noch unklar? 

Prinzipiell sind alle wichtigen groben Punkte, wie oben ausgeführt geklärt. Bei den Details sind jedoch noch viele Fragen offen – beispielsweise ob es ein Verzeichnis an Dienstleistern geben wird, welche Technologie für die Übermittlung genau verwendet werden wird usw. Vor der endgültigen Ausführung der neuen Verordnungen werden in Frankreich noch weitere Konsultationen und Workshops stattfinden. Endgültige Angaben zu den Vorschriften werden allerdings bereits für Mitte 2022 erwartet. 

Als Behörde mit nationaler Zuständigkeit für die elektronische Rechnungsstellung eingerichtet wurde die L’Agence pour l’Informatique Financière de l’Etat (kurz: AIFE) – hier finden Sie nützliche Informationen und alle Links zu den erforderlichen Plattformen (allerdings bis dato nur in französischer Sprache).  

Hier finden Sie außerdem die offiziell publizierte Verordnung vom 15. September 2021 – ebenfalls französische Sprachkenntnisse vorausgesetzt.

Wie sichere ich mein Unternehmen ab, um technisch compliant zu bleiben?

In erster Linie müssen betroffene Unternehmen die neuen Regelungen der elektronischen B2B-Rechnung in Frankreich natürlich umsetzen, um weiter geschäftsfähig zu bleiben – da sich Regelungen zu e-Rechnung stetig und auch international weiterentwickeln, sollte ein Unternehmen vor allem eine zukunftssichere und flexible Lösung für die e-Rechnung umsetzen. 

Entsprechend implementiert, bietet die e-Rechnung wichtige Vorteile (näheres dazu finden Sie auch in unserer Infografik über die Vorteile der e-Rechnung). 

Infografik Die Vorteile der e-Rechnung

Um technische Compliance für das eigene Unternehmen sicherzustellen und alle Anforderungen und Vorteile der e-Rechnung umzusetzen, können Unternehmen e-Rechnungs-Prozesse intern entweder selbst implementieren und verwalten oder aber an einen spezialisierten Dienstleister wie ecosio auslagern. 

Intern selbst implementieren und verwalten verlangt von Unternehmen jedoch in der Regel viel Aufwand und Zeit – nicht nur muss das technische Fachwissen rund um die e-Rechnung sowie den elektronischen Datenaustausch (EDI) vorhanden und auch aktuell sein, die schlussendlich eingesetzten e-Rechnungs-Prozesse müssen außerdem ständig überwacht und bei Fehlern entsprechend rasch reagiert werden.

Wird ein spezialisierter Dienstleister in Anspruch genommen, so übernimmt dieser im Optimalfall (das kommt auf den Dienstleister an) sämtliche Belange rund um die e-Rechnung. Damit entlasten Unternehmen interne Teams von sämtlichen, mit der elektronischen Rechnungsstellung verbundenen Aufgaben, wie beispielsweise das Monitoring ausgetauschter Rechnungen oder technische Updates oder Änderungen der Anforderungen und bieten proaktive Fehlerbehebung bei inkorrekten Rechnungsstellungen – nicht nur in Frankreich sondern auch in vielen anderen Ländern, in denen die e-Rechnung verpflichtend eingeführt wurde (oder noch eingeführt wird). 

Wie ecosio Unternehmen bei der Umsetzung der e-Rechnung hilft

ecosio bietet als Fully Managed EDI-Dienstleister technische Compliance rund um die e-Rechnung als Rundum-Sorglos-Paket für Unternehmen, die die elektronische Rechnungslegung zukunftssicher und so einfach wie möglich umgesetzt haben möchten.

Mehr Informationen finden Sie unter diesem Link oder Sie schreiben uns einfach direkt eine unverbindliche Anfrage. Wir freuen uns, Ihnen bei der Umsetzung der e-Rechnung zu helfen! 

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