Deutsch Deutsch
3 min Lesezeit

Ist E-Invoicing erst der Anfang einer Automatisierungswelle?

Weltweit nehmen E-Invoicing-Mandate rasant zu. Unternehmen müssen daher über die reine Rechnungsstellung hinausblicken und ihre gesamte Supply Chain auf eine umfassende Automatisierung vorbereiten. Wer die Treiber hinter den globalen Steuermandaten versteht, sichert sich Compliance und echte Wettbewerbsvorteile.

In diesem Video beleuchtet Philipp Liegl, Managing Director bei ecosio, welche Dokumententypen als Nächstes reguliert werden und wie Sie Ihre IT-Strategie zukunftssicher aufstellen.

Sehen Sie sich das Video an oder lesen Sie das Transkript.

Warum treiben Unternehmen E-Invoicing so stark voran?

Prinzipiell gibt es hier zwei verschiedene Antworten. Die nordeuropäische Perspektive, die lautet, zu automatisieren. Und die lateinamerikanische Perspektive, die lautet, Steuerbetrug zu bekämpfen. Wenn wir das Ganze auf die Europäische Union ummünzen, so ist auch hier die Antwort klar: dem Steuerbetrug entgegenzuwirken.

Ist E-Invoicing nur der Anfang einer umfassenderen Automatisierungswelle?

Anstatt in die Kristallkugel zu blicken, werfen wir einen Blick auf Lateinamerika und auf Südamerika. Dort sehen wir, dass sich neben der elektronischen Rechnung auch der elektronische Begleitschein oder der elektronische Lieferavis etabliert hat. Werfen wir jetzt einen Blick nach Europa, sehen wir auch hier, dass sich beispielsweise in Rumänien, in Serbien oder auch in der Türkei das Thema elektronischer Lieferschein weiter etabliert. Die weitere Automatisierung ist da. Sie wird weitere Belegtypen treffen.

Welche Transaktionen dürften als Nächstes folgen?

Um das zu beantworten, können wir uns einen klassischen Order-to-Cash- oder Purchase-to-Pay-Prozess ansehen. Der besteht typischerweise, abhängig von der Industrie, aus vier verschiedenen Belegtypen: Bestellung, Bestellbestätigung, Lieferavis und Rechnung.

Heiße Kandidaten für die weitere Automatisierung sind die Bestellung und die Bestellbestätigung oder eben auch der Lieferavis. Meine persönliche Wette: der Lieferavis.

Was sollten Unternehmen tun, um sich auf umfassendere Anforderungen bei der Transaktionsautomatisierung vorzubereiten?

Erster Tipp: keine Angst haben. Es ist kein Mondflug. Prinzipiell gilt es, auf drei Dinge zu achten. A, ich muss die Prozesschoreografie verstehen, das ist der Ablauf der Dokumente. B, ich muss den Payload verstehen, sprich, welche Datenpunkte gesendet und empfangen werden müssen. C, ich muss die Transaktionstechnologie per se verstehen. Das sind typischerweise APIs oder Webservices.

Was ist der häufigste Fehler, den Unternehmen im Zusammenhang mit Compliance-Transaktionen machen?

Da hilft ein Vergleich mit der Schulzeit. Dort gab es Hausaufgaben, dort gab es Schularbeiten. Wenn wir an diese Zeit zurückdenken, woran ist es in den meisten Fällen gescheitert? Man beginnt zu spät und man unterschätzt, was zu tun ist.

Welche Risiken birgt der Versuch, die Compliance vollständig intern zu verwalten?

Hier hilft es, genauer hinzuschauen, was die eigentlichen Aufwände sind und wie man diese stemmen kann. Ich brauche auf der einen Seite explizites Know-how rund um die Mandate oder die ERP-Prozesse und auf der anderen Seite die entsprechende Manpower. Diese ist nicht in allen Fällen in den Unternehmen selbst zu stellen oder vorhanden. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass wir gegen ein sich bewegendes Ziel arbeiten. Diese Mandate ändern sich laufend. Die Herausforderung ist es, compliant zu werden und compliant zu bleiben.

Ist es wirklich möglich, Compliance zukunftssicher zu machen?

Dazu fällt mir ein gutes Sprichwort ein: Das Glück bevorzugt den, der vorbereitet ist.

Wie können wir uns vorbereiten? Wir müssen die notwendigen Prozesse unterstützen und unter Kontrolle haben, sprich im ERP-System abbilden können. Wir müssen die notwendigen Datenpunkte verarbeiten können und wir müssen die technische Connectivity stemmen können. Wenn diese drei Punkte erfüllt sind, dann sind wir zukunftssicher aufgestellt für jedes Mandat.

 

Meistgelesen

Weiterlesen

1 min Lesezeit

E-Rechnungspflicht 2027: Was nach der Einführung kommt – Deutschlands digitales Meldesystem

Die E-Rechnungspflicht 2027 ist erst der Anfang: Warum ein künftiges Meldesystem E-Rechnung und ViDA jetzt über Ihre Compliance-Strategie entscheiden.

1 min Lesezeit

Echte Rechnungen, echte Daten: Unser Fazit zum E-Invoicing-Pilot in Frankreich

ecosio tauscht im französischen E-Invoicing-Pilotprojekt bereits echte Rechnungen aus. Das sind die wichtigsten Erkenntnisse – und was sie für Ihre Vorbereitung auf den September-Stichtag bedeuten.

1 min Lesezeit

E-Invoicing in Europa: Vom politischen Anspruch zur praktischen Umsetzung

Die E-Invoicing-Pflicht breitet sich in Europa rasch aus. Erfahren Sie, wie die praxistaugliche Umsetzung gelingt, warum Interoperabilität entscheidend ist und wie Sie strukturierte Rechnungsdaten gewinnbringend nutzen.

5 min Lesezeit

E-Rechnung in Deutschland: Der umfassende Leitfaden zur E-Rechnungspflicht

E-Rechnung in Deutschland ab 2026: Alles zur E-Rechnungspflicht im B2B. Fristen, Formate (XRechnung, ZUGFeRD) & wie Sie gesetzeskonform bleiben. Jetzt lesen!

6 min Lesezeit

E-Rechnung validieren in Deutschland: So erfüllen Sie die Anforderungen ganz einfach

E-Rechnung kostenlos validieren: Prüfen Sie XRechnung, ZUGFeRD, UBL und CII nach aktuellen deutschen Anforderungen mit ecosio.

10 min Lesezeit

Erfolgreiche Umstellung auf E-Rechnung: Experten-Insights

ecosio Interview: KPMG-Experten erklären, wie Unternehmen E-Invoicing-Projekte strukturieren, Compliance sichern und den richtigen Anbieter auswählen.

7 min Lesezeit

E-Invoicing in Australien: Peppol, PINT A-NZ und Fristen im Überblick

Australien nutzt das Peppol-Netzwerk für E-Invoicing unter Leitung der ATO. Bundesbehörden müssen Peppol-Rechnungen empfangen, B2B ist freiwillig. Dieser Guide erklärt PINT A-NZ, Fristen, Anforderungen und wie Unternehmen sich anbinden.

1 min Lesezeit

E-Invoicing in Neuseeland: Alles, was Unternehmen jetzt wissen müssen

Erfahren Sie, welche Peppol-Anforderungen für E-Invoicing in Neuseeland gelten, welche Fristen wichtig sind und wie Unternehmen die Umsetzung vorbereiten.

1 min Lesezeit

E-Rechnung: Anforderungen an die strategische Nutzung

Erfahren Sie, welche E-Rechnung-Anforderungen erfüllt werden müssen, welche Vorgaben gelten und wie Sie Compliance strategisch und effizient umsetzen.

7 min Lesezeit

E-Invoicing in Spanien: VeriFactu, Crea y Crece und neue Fristen ab 2027

Spanien verschiebt die verpflichtende Nutzung des VeriFactu-Systems auf 2027. Unternehmen müssen sich dennoch frühzeitig auf zertifizierte Rechnungsstellungssysteme (SIF), neue technische Anforderungen und die kommende B2B-E-Invoicing-Pflicht vorbereiten. Dieser Artikel erklärt die...

8 min Lesezeit

E-Rechnung in Kroatien: Fiskalisierung 2.0, Pflichten und Fristen ab 2026

Seit dem 1. Januar 2026 gilt die verpflichtende B2B E-Rechnung in Kroatien mit paralleler Fiskalisierung und E-Reporting. Unternehmen müssen UBL 2.1 gemäß CIUS verwenden, Transaktionen melden und 11 Jahre archivieren....

8 min Lesezeit

E-Rechnung in Serbien: Pflicht, Fristen und E-Transport im Überblick

Serbien erweitert die E-Rechnungspflicht (SEF) um E-Transport (e-Otpremnica), also elektronische Lieferscheine und Empfangsbestätigungen. Hier finden Sie Zeitplan, Pflichten und Umsetzungstipps.

1

Dernière ligne droite avant la facturation électronique en France

Tout pour finaliser votre préparation avant le go-live :

FAQ : les réponses aux questions clés

Checklist : les actions prioritaires

Guide pays : calendrier et obligations

Livre blanc : bien choisir votre solution

Replay : les conseils de nos experts