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Neue Regelung für den Leistungsort bei der Umsatzsteuer ab 1. Jänner 2015

Bisherige Lösung im B2C-Bereich

Die bisherige Vorgehensweise bei der Ausstellung von Rechnungen an Konsumenten (B2C) gestaltete sich in etwa wie folgt beschrieben:

Angenommen Sie stellen als österreichischer Unternehmer eine Rechnung für eine webbasierte Software-as-a-Service-Lösung (z.B. ein Onlineservice zum Konvertieren von Dateiformaten) an einen österreichischen Konsumenten. In diesem Fall verrechnen Sie 20% Umsatzsteuer, welche Sie auf den Rechnungsbetrag aufschlagen und vom Konsumenten bezahlt bekommen. Diese 20% Umsatzsteuer halten Sie treuhänderisch für die Republik Österreich und führen sie im Rahmen der nächsten Umsatzsteuererklärung ab.

Wenn Sie dieselbe Rechnung an einen italienischen oder ungarischen Kunden stellen, bleibt die Vorgangsweise dieselbe: 20% Umsatzsteuer auf den Nettobetrag aufschlagen und an die Republik Österreich abliefern — egal wo der Leistungsempfänger sitzt.

Soweit der bisherige Status Quo.

Was ändert sich nun durch die neue Regelung im B2C-Bereich?

Ab dem 1. Januar 2015 müssen Leistungen dort versteuert werden, wo der private Endverbraucher (= Leistungsempfänger) seinen Wohnsitz oder Sitz hat. Im Klartext heißt dies nun beispielsweise:

Sie stellen eine Rechnung an einen italienischen Konsumenten. In diesem Fall müssen Sie 22% Umsatzsteuer anwenden (der USt-Normalsatz in Italien).

Sie stellen eine Rechnung an einen ungarischen Konsumenten. In diesem Fall müssen Sie sogar 27% Umsatzsteuer anwenden (der USt-Normalsatz in Ungarn).

Nun stehen Sie als Unternehmer aber vor dem Problem, dass Sie Umsatzsteuer treuhänderisch für die Republik Italien und die Republik Ungarn halten. Schon einmal eine Umsatzsteuererklärung in Ungarn oder in Italien gemacht? Sie können, müssen aber nicht.

Mini-One-Stop-Shop (MOSS) als Abhilfe

Der sogenannte Mini-One-Stop-Shop (sinngemäß die „einzige kleine Anlaufstelle“) ist ein freiwilliges Besteuerungsverfahren, bei dem Sie sich als Unternehmer nicht in einem anderen EU-Staat registrieren müssen, um Ihren steuerlichen Pflichten nachzukommen. Sprich, im oben geschilderten Fall in Ungarn und Italien die Umsatzsteuer abliefern, die Ihnen ja bekanntlich nicht gehört, sondern die Sie nur „vorübergehend“ für den Staat aufbewahren, bis er sich diese bei der nächsten Umsatzsteuererklärung holt.

Stattdessen registrieren Sie sich einmal in Ihrem Heimatland im Rahmen des MOSS. In der Folge können Sie sämtliche unter die Neuregelung fallenden Umsätze in Österreich erklären. Österreich nimmt die Meldungen und auch die Zahlungen der Umsatzsteuer entgegen und leitet sie im oben geschilderten Szenario an Italien bzw. Ungarn weiter.

Die Registrierung für den MOSS ist in Österreich über Finanz-Online möglich. In Deutschland ist dies das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt).

Was ändert sich durch die Regelung im B2B-Bereich?

Die gute Nachricht: an der Erbringung und Verrechnung der betroffenen Dienstleistungen an Unternehmen im Ausland (B2B) ändert sich nichts. Wie bisher sind diese Dienstleistungen weder in Österreich steuerbar noch steuerpflichtig und unterliegen im Empfängerstaat der Reverse-Charge-Regelung (Übergang der Steuerschuld auf den Leistungsempfänger).

Nicht sicher, ob Sie unter die Regelung fallen?

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie unter die Regelung fallen, klären Sie dies am Besten mit Ihrem Steuerberater in Österreich bzw. Ihrem Steuerberater in Deutschland ab, um am Ende böse Überraschungen bei der Finanzprüfung zu vermeiden.

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