Industrie 4.0 auf der CeBIT 2015
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Wie jedes Jahr fand auch heuer wieder die CeBIT in Hannover statt. Vom 16. - 20. März stand alles unter dem Zeichen der IT, wobei heuer das Schwerpunktthema d!conomy war. Wir waren drei Tage vor Ort und haben uns in den verschiedenen Hallen genauer umgesehen. Dabei fiel vor allem die starke Präsenz des Themas Industrie 4.0 auf.

Was man darunter genau versteht?

Schwerpunkt­thema d!conomy

Die heurige CeBIT stand ganz unter dem Zeichen der d!conomy.

Willkommen zur CeBIT

Willkommen zur CeBIT

Digitale Technologien und IT dringen in immer mehr Bereiche des täglichen Lebens und in die Arbeitsprozesse der Unternehmen vor. Dies führt teilweise zu grundlegenden Änderungen in den Geschäftsmodellen und Geschäftsprozessen. Unternehmen stehen heute immer mehr vor der Herausforderung mit diesen schnellen Änderungen Schritt zu halten. Dies beginnt bei den großen Datenmengen, welche die IT-Systeme generieren (Strichwort Big Data) bis hin zur steigenden Vernetzung von Maschinen und Prozessen (Stichwort Internet of Things und Industrie 4.0).

Die Economy wird also zur also immer mehr zur digitalen Economy - zur d!conomy.

Industrie 4.0

Viele der heurigen Aussteller haben sich dem Thema Industrie 4.0 gewidmet und Lösungen für die Realisierung von Industrie 4.0 vorgestellt. Was verbirgt sich eigentlich genau hinter diesem Ausdruck?

Die industrielle Produktion in ihrer heutigen Form hat in der Vergangenheit bereits eine Reihe von “Revolutionen” erfahren – vier Revolutionen um genau zu sein. Am Anfang stand die Mechanisierung der Produktion während der ersten industriellen Revolution Ende des 18. Jahrhunderts. Getrieben war diese Entwicklung vor allem durch die Einführung der Dampfmaschine. Mit Einführung des Fließbandes fand am Beginn des 20. Jahrhunderts eine weitere Automatisierung der Produktion im Rahmen der zweiten industriellen Revolution statt.

Entwicklung hin zur Industrie 4.0

Entwicklung hin zur Industrie 4.0

Zu Beginn der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts erfolgte durch die Einführung von Elektronik und IT ein weiterer Modernisierungsschub – man spricht in diesem Zusammenhang auch von der dritten industriellen Revolution.

Heute sehen wir uns mit der vierten Industriellen Revolution konfrontiert.

Diese ist geprägt von intelligenten Systemen, Maschinen und Betriebsmitteln, die eigenständig untereinander Informationen austauschen und Aktionen auslösen. Man nennt diese Systeme auch Cyber-Physical Systems (CPS). Durch die Vernetzung lassen sich die Produktionsabläufe grundlegend verbessern. In den neu entstehenden Smart Factories wird dadurch eine völlig neue Produktionslogistik ermöglicht.

Maschinen, Lagerteile, Betriebsmittel und Produkte werden durch die IKT eng miteinander verzahnt – und das entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Beschaffungslogistik über die Produktion bis hin zur Distributionslogistik. Dadurch wird die gesamte Produktion individueller, schneller und flexibler – auch bei kleinen Produktionsmengen. Eine Zahl die man in diesem Zusammenhang auch oft hört, ist die Losgröße 1.

Herausforderungen für Unternehmen

Der Einstieg in Industrie 4.0 wird Unternehmen vor einige Herausforderungen stellen – vor allem wenn sie als Zulieferer für größere Unternehmen tätig sind. Großunternehmen setzen bereits heute massiv auf die Automatisierung von Produktionsprozessen und geben die Anforderungen auch entsprechend an ihre Vorlieferanten und Abnehmer weiter. So müssen Zulieferteile im Rahmen von Just-in-Time und Just-in-Sequence Produktion punktgenau angeliefert werden, um die Produktion am Hauptband nicht zu gefährden.

Durch den Einsatz von Industrie 4.0 ist mit einer noch höhergradigen Vernetzung zwischen den Unternehmen und den beteiligten IT-Systemen zu rechnen. Bei den Kommunikationsstandards zwischen verschiedenen Maschinen in einem Unternehmen wird heute noch an passenden Lösungen für die Industrie 4.0 Initiative geforscht und Schnittstellen werden entwickelt.

Im interorganisationalen Bereich gibt es die entsprechenden Standards bereits seit vielen Jahren - beispielsweise in Form von VDA (Automobilindustrie) oder EDIFACT EANCOM (Handel). Es ist damit zu rechnen, dass durch die weitere Vernetzung im Rahmen von Industrie 4.0 noch stärker auf die Automatisierung des Datenaustausches entlang der Supply-Chain gesetzt wird.

Tier-1 Lieferanten (also Direktlieferanten) von Automobilherstellern und Supermärkten kennen diese Situation bereits heute – ohne Einsatz von EDI ist der Aufbau einer Lieferantenbeziehung oft gar nicht mehr möglich. Durch die steigende Automatisierung setzen nun aber auch immer mehr Tier-1 Lieferanten auf stärkere Automatisierung in ihrer eigenen Logistik und wollen selbst auch in ihrer eigenen Beschaffung EDI einsetzen. Dies führt wiederum dazu, dass Tier-2 Lieferanten entsprechend EDI-fit werden müssen. Das selbe gilt dann auch für Tier-3, Tier-4, usw.

Die von der Industrie ausgehende Automatisierung drückt stark in die Beschaffungsprozesse, aber auch in die Absatzprozesse bis hin zum Kunden. Es ist daher mit einem weiteren Schub in Richtung Automatisierung und Einsatz von EDI zu rechnen. Wer seine internen Prozesse dafür nicht bereits heute vorbereitet, der hat unter Umständen morgen das Nachsehen.

Soweit die auf der Messe gewonnenen Eindrücke im Hinblick auf Industrie 4.0.

Einige Eindrücke von der Messe

Das gesamte Messegelände beeindruckt schon alleine durch seine Größe – der Weg zwischen den einzelnen Hallen ist teilweise sehr lang und idealerweise greift man auf einen der vielen Shuttlebusse zurück. Die Hallen sind untereinander nur teilweise verbunden – bei schlechtem oder kaltem Wetter ist man daher den Naturgewalten leider ungeschützt ausgeliefert.

CeBIT-Hallen

CeBIT-Hallen

Mit der Jacke herumzulaufen ist keine gute Idee, da die Hallen relativ warm klimatisiert sind.

Eindruck aus Halle 3

Eindruck aus Halle 3

Einige Hersteller lassen sich den Messeauftritt auch einiges kosten. So beeindruckt beispielsweise der Stand von SAP durch seine professionelle und innovative Aufmachung. Genauere Details lassen sich auch auf der eigenes für die CeBIT eingerichteten CeBIT-Webseite von SAP erfahren.

SAP Ausstellungsstand

SAP Ausstellungsstand

In einem eigenen kleinen Präsentationsbereich werden laufend Vorträge und Präsentationen gehalten. Daneben gibt es eine Kaffeebar, bei der kostenlos Espresso, Latte Macchiato & Co erhältlich sind.

SAP Cafe

SAP Cafe

Am Abend werden einige der Stände für die Besucher abgesperrt und Invitation-Only Parties finden statt. Hier beispielsweise eine vom SAP-Stand.

SAP Standparty

SAP Standparty

Aber auch andere Anbieter glänzen mit ihren Auftritten. So hat die deutsche Telekom die gesamte Halle mit magentafarbenen Regenschirmen versehen, was vor Ort in der Halle sehr gut ankommt.

Stand der deutschen Telekom

Stand der deutschen Telekom

Auch bei der deutschen Telekom sind die Schwerpunkte die Vernetzung von Systemen und Dingen. Hier beispielsweise ein Ausschnitt aus einer Präsentation für den Shop der Zukunft und die Vernetzung der verschiedenen beteiligten Systeme.

Shop der Zukunft

Shop der Zukunft

Aber auch jüngere Unternehmen sind präsent. Hier beispielsweise ein Stand des Unternehmens Dropbox, bei dem die Dropbox for Business Lösung für Kunden präsentiert wird.

Stand von Dropbox

Stand von Dropbox

Manche Hersteller glänzen auch mit witzigen Ideen, die auf der Messe ein Hingucker sind und dadurch Besucher anlocken.

Interessante Idee von Basis

Interessante Idee von Basis

Fazit

Ein Besuch der CeBIT lohnt sich für jeden IT-Interessierten auf jeden Fall, da man einen sehr guten Überblick über die aktuellen Trends und Produkte im IT-Bereich bekommt. Wir freuen uns bereits auf das kommende Jahr und eine spannende CeBIT 2016.


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Themen: Industrie 4.0  Messen 

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